Meine Top 5 Automatisierungen in Home Assistant 2024

Ich vertrete die Meinung, dass ein Heim erst dann dem Namen Smarthome würdig ist, wenn es möglichst viele Dinge auch automatisch kann und den Bewohnern somit das Leben erleichtert. Das reine Virtualisieren von physischen Schaltern und Messgeräten ist in meinen Augen kein Gewinn oder gar Mehrwert, sondern Spielerei. Das klingt hart, aber früher oder später wird jeder Home Assistant Fan an diesen Punkt kommen (glaube ich ;)).

Ja, auch ich habe Spaß daran noch mehr in mein Home Assistant zu integrieren. So ist bspw. die mit einem Shelly integrierte Garagensteuerung nur bedingt ein wirklich notwendiges Feature unseres Smarthomes. Aber man lernt ja mit der Zeit auch dazu und lernt Home Assistant auch durch solche Integrationen erst so richtig kennen. Geht unser Garagentor deswegen mittlerweile alleine auf und zu? Nein, auf keinen Fall! 😉

Und natürlich ist es auch immer wieder nützlich Rollläden oder Lampen vom Handy aus bedienen zu können anstelle zum Schalter an der Wand gehen zu müssen. Oder man verzichtet gar komplett auf solche Wandschalter, wie wir dies bei dem Großteil unserer Rollläden dank Smarthome getan haben. Ein paar Schalter weniger an der Wand zu haben, ist optisch natürlich wiederum nett.

Aber für mich bedeutet das Smarthome eben einfach mehr, als das Vorhandene „smart“ zu haben und ihm zusätzlich einen virtuellen Schalter zu verpassen.#

Unser Smarthome soll uns im Wesentlichen mehr Komfort und mehr Sicherheit bieten. Wenn es einen dann auch noch daran erinnern kann die Mülltonne rauszustellen, reden wir schon eher darüber, was ich am Smarthome wirklich smart finde 😉

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Entsprechend wichtig sind mir Automatisierungen. Ich sehe in der Automatisierung von vorhersehbarem den echten Mehrwert und Nutzen eines Smarthomes. Klar, sowas geht natürlich nur, wenn man zuvor Schalter und Steuerungen virtualisiert und Messgeräte integriert hat – das ist mir klar.

Mittlerweile bin ich seit einiger Zeit an dem Punkt angelangt, an dem ich (vielleicht auch leider) kein Herzrasen mehr bekomme, wenn ich entdecke, dass sich ein weiteres Gerät in Home Assistant integrieren lässt. Ich erinnere mich noch an meine Smarthome-Anfänge vor Jahren, als jede entdeckte Integration noch die Ausschüttung von reichlich Dopamin bei mir zur Folge hatte. „Kann man das auch integrieren? Dann mache ich das mal lieber gestern als morgen!“

Und so ist das Smarthome gewachsen und gewachsen. Nicht jede Integration war sinnvoll, nötig oder stabil. Die instabilen sind zuerst wieder rausgeflogen. Und dann vereinzelt auch solche, die zwar funktionierten, aber bei denen es über die Virtualisierung ohne echten hieraus resultierenden Mehrwert nicht hinausging.

Mein Fokus liegt mittlerweile vielmehr auf der Automatisierung von Dingen, aus den zuvor genannten Gründen. Bevor ich als etwas neues in mein Home Assistant integriere, frage ich mich „Kann ich damit eine sinnvolle Automatisierung erstellen um den Komfort oder die Sicherheit unseres Smarthomes zu erhöhen?“.

Nach diesem sehr persönlichen Kommentar kommen hier nun endlich meine Top 5 Automatisierungen in 2024, mit denen unser Smarthome für uns als Bewohner den Komfort und die Sicherheit täglich erhöht:

Automatische Rollläden und Lichtsteuerung

Die erste von mir genannte Automatisierung ist so banal wie dennoch täglich genial: Unsere Rollläden öffnen sich jeden Morgeb automatisch und gehen auch jeden Abend automatisch wieder zu. Hierbei berücksichtige ich, bspw. morgens ob es sich um einen Werktag handelt und abends wann die Sonne untergeht.

Von Montag bis Freitag gehen herrscht bei uns ein fixer Rhythmus, so dass die Rollläden an diesen Tagen morgens zu fixen Uhrzeiten nacheinander aufgehen. Am Wochenende würde man gerne ausschlafen, also ist hier die Uhrzeit zum Öffnen auf deutlich später gestellt (was meist zur Folge hat, dass wir die Rollläden am Wochenende manuell öffnen).

Abends hingegen gehen die Kinder (noch) zu planbaren Zeiten ins Bett, so dass deren Rollläden entsprechend zu fixen Uhrzeit geschlossen werden. Alle anderen Rollläden (also außerhalb der Kinderzimmer) werden in Abhängigkeit vom Sonnenuntergang mit einem Offset gesteuert, jedoch spätestens gegen 22 Uhr (weil sich die Erwachsenen dann in der Regel in Richtung Bett bewegen).

Beim Schließen kommt neben der Berücksichtigung des Sonnenuntergangs (zzgl. Offset) noch eine zufällige Wartezeit hinzu, einfach, damit es für „Beobachter“ keinen zu offensichtlichen Rhythmus gibt (das könnte man als Komfort und Sicherheit zugleich bezeichnen).

Wie man Rollläden öffnet und schließt, dürfte jeder wissen. Interessanter dürfte vielleicht für einige die zufällige Wartezeit sein:

action:
  - delay: 00:{{ range(0,17) | random | int }}:00

Für diese Funktion wird die Random Integration benötigt!

Vor das Schließen eines Rollladens wird in der Automatisierung als Action einfach ein delay gesetzt mit einem range(0,17)-Wert, also von 0 bis 17 Minuten in dem konkreten Fall. Startet die Automatisierung also fix um 20:00 und das delay ist die erste Action, folgen alle weiteren Actions irgendwann zwischen 20:00 und 20:17 Uhr.

Was für die Rollläden gilt, gilt auch für Außenleuchten, die in Home Assistant (mittels ZigBee) integriert sind. Pünktlich zum Sonnenuntergang werden die smarten Außenlampen eingeschaltet und werden heller, wenn es später wird (das hängt im Wesentlichen vom genutzten Leuchtmittel ab, wie gut/einfach gedimmt werden kann).

Gehen wir ins Bett, gehen diese Lampen aus aber natürlich bei erkannter Bewegung wieder für einige Minuten an, wo dies sinnvoll ist. Im Außenbereich nutze ich dafür folgenden Hue-Bewegungsmelder:

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Philips Hue Bewegungsmelder Outdoor, Tageslichtsensor für...*
  • Witterungsbeständig: Dank Schutzart IP54 ist der Outdoor Sensor...
  • Bequeme Lichtsteuerung: Sie haben keine Hand mehr frei oder schmutzige...

Aber auch im Haus gibt es ausgewählte Lampen, die bei Dunkelheit und erkannter Bewegung für ein paar Minuten, gedimmtes Licht bewirken. Hier muss man die Automatisierungen an den eigenen Gewohnheiten ausrichten und es gibt keine allgemein gültige Lösung.

Zeitschaltuhr bei Abwesenheit

Die bislang genannten Beispiele für Rollläden und Licht sind natürlich besonders interessant, wenn man gar nicht zu Hause ist.

Früher hatte man so klobige Zeitschaltuhren, an denen dann eine einzige Lampe angeschlossen wurde. Potenzielle Einbrecher sollten, während man selbst im Urlaub war, denken, dass jemand im Haus ist. Und pünktlich um 18:30 Uhr ging jeden Abend immer dasselbe Licht an. Total glaubwürdig. 😉

Mit Home Assistant geht eine solche Zeitschaltuhr natürlich deutlich besser, realistischer und abschreckender. Tatsächlich kann man hierfür sogar auf Integrationen zurückgreifen, diesen Effekt der modernen Zeitschaltuhr übernehmen können, wenn man alles entsprechend einrichtet.

Meiner Meinung nach benötigt man hierfür aber nicht viel, außer einer Automatisierung mit ein paar Zufallseffekten. Zum einen zufällige Zeiten, zu denen ich oben schon ein Codebeispiel gegeben hatte und zum anderen eine zufällige Geräteauswahl.

In eine solche Automatisierung packt man also grundsätzlich alle möglichen Lampen und baut dann wiederum vor einigen On-Befehlen zusätzliche Abfragen ein:

action:
  - if:
      - condition: template
        value_template: "{{ (range(0,99) | random | int) > 25 }}"
    then:
      - service: light.turn_on
        metadata: {}
        data: {}
        target:
          entity_id: light.kamin_z2m

In diesem Codebeispiel wird die Lampe in ca. 3/4 aller Durchläufe eingeschaltet, nämlich immer dann, wenn der Zufallswert (0-99) größer als 25 ist. Somit ist die Geräteauswahl auch zu einem gewissen Grad zufällig.

Die Kombination aus Zufallswartezeit und Zufallsentscheidung ob eine Lampe eingeschaltet werden soll, kann die Zeitschaltuhr mit Home Assistant für Außenstehende absolut zufällig wirken lassen!

Unsere Automatisierung „Zeitschaltuhr“ wird natürlich nur ausgeführt, wenn niemand zu Hause ist, und ich dies möchte. Warum die Zeitschaltuhr ausführen, wenn wir in einer halben Stunde zu Hause sind? Also frage ich über eine Actionable Notification bei erkannter Abwesenheit und bevorstehendem Sonnenuntergang ab, ob die Zeitschaltuhr ausgeführt werden soll (außer Home Assistant ist im Urlaubsmodus, dann läuft die Zeitschaltuhr natürlich ohne Nachfrage ab).

Müllbenachrichtigung mit Home Assistant

Ganz ehrlich: So geil ist diese Automatisierung eigentlich gar nicht. ABER: Meiner Meinung nach ist die automatische Müllbenachrichtigung ein sehr gutes Beispiel, wie einem das Smarthome auch bei so banalen Dingen, die der Müllentsorgung helfen kann.

Was meine ich damit konkret? Wir Home Assistant Nutzer sind oft/immer auf der Suche nach dem nächsten coolen Smarthome-Feature und übersehen dabei, dass wir mit einer so zentralen Komponente wie dem Raspberry Pi mit Home Assistant installiert auch außerhalb von Rollläden, Lichter oder BEwegungsmeldern Dinge für unseren Alltag automatisieren können.

Über die Lokalisierungsdaten der Home Assistant App auf meinem Handy tracke ich bspw., an welchen Tagen ich im Büro bin, was bei der Steuererklärung nützlich ist.

Oder ich lasse mich über günstige Spritpreise informieren, sofern ich in der Nähe von den relevanten/beobachteten Tankstellen bin.

Oder ich lasse mich am Vorabend eben informieren, welcher Müll am Folgetag abgeholt wird.

Eigentlich banale Dinge, aber dennoch Erleichterungen für mich. Und ich benötige keine zusätzlichen Apps oder Tools hierfür – alles mit Home Assistant und ohne den Raspberry Pi unnötig zu belasten.

Actionable Notifications zur einfachen Steuerung des Smarthomes

Nicht wenige meiner Automatisierungen funktionieren eigentlich nur durch das Zusammenspiel mit actionable Notifications. Hier ein paar Beispiele dazu:

  • Home Assistant erkennt, dass sich niemand mehr im Haus befindet und fragt dann mittels actionable Notification nach, ob die Kameras eingeschaltet werden sollen. Diese Notification beinhaltet zwei Antwortmöglichkeiten: Ja oder nein. Wenn wirklich niemand zu Hause ist, klicke ich auf „Ja“, was zur Folge hat, dass die Kameras eingeschaltet und diese Notification bei allen Empfängern entfernt wird.
  • Die Müllbenachrichtigung wird ebenfalls an alle „registrierten“ Handys verschickt, so dass jeder der zu Hause ist, entsprechend reagieren kann. Diese actionable Notification hat die Antwortmöglichkeit „Erledigt“. Sobald ich die relevante Mülltonne rausgestellt habe, klicke ich kurz auf „Erledigt“ und die Notification verschwindet ebenfalls von allen Handys. Warum noch jemand anderes mit der Notification belästigen, wenn der Müll schon rausgestellt wurde?

Auch diese beiden Beispiele wirken banal. Aber im Alltag erleichtern sie viele Dinge. Wenn Home Assistant bemerkt, dass etwas getan werden kann/sollte, folgt an die betreffenden Personen eine kurze Push-Benachrichtigung mit der Möglichkeit zu reagieren. Wird reagiert, verschwindet die Push-Benachrichtigung bei den anderen Personen wieder (da es ja kein todo mehr gibt.)

Automatische Backups von Home Assistant erstellen

Dein Smarthome wächst und wird irgendwann durch die ganzen Automatisierungen und Abhängigkeiten zu einem Wesentlichen Bestandteil deines Heimes. Aus diesem Grund solltest du alles tun, damit Home Assistant möglichst stabil läuft und du für den Fall der Fälle ein aktuelles Backup zur Hand hast.

Damit dein Home Assistant stabil läuft, empfehle ich den Wechsel auf eine SSD und dauerhaft die Temperatur deines Raspberry Pi zu überwachen. Durch den Wechsel auf eine SSD können die befürchteten abgerauchten SD-Karten für dich nicht zum Problem werden. Durch die Temperaturüberwachung stellst du sicher, dass es deinem Raspberry Pi nicht zu warm wird 😉

Neben diesen beiden die Hardware betreffenden Punkten solltest du zusätzlich regelmäßig einen Blick in das Log von Home Assistant werfen, um größere Probleme möglichst schnell erkennen zu können. Ebenso solltest du regelmäßig mittels Watchman auf verwaiste Entitäten etc. prüfen. Diese beiden regelmäßigen manuellen Überprüfungen durch dich helfen dir Problemen schnell(er) zu erkennen und beheben zu können.

Durch diese drei Schritte hast du schon viel für die langfristige Stabilität deines Home Assistant getan. Dennoch kann natürlich immer etwas schief gehen und für diesen Fall brauchst du jederzeit aktuelle Backups!

Mit einem aktuellen und funktionalen Backup, kannst du Home Assistant im Falle eines Hardware-Defektes sehr schnell wieder aufsetzen: Backup auf eine SD-Karte, Raspberry Pi booten und warten.

Und um immer ein aktuelles Backup von deinem Home Assistant zu haben, empfehle ich die HACS Integration Auto Backup. Hiermit kannst du bspw. jede Nacht ein Backup deiner Home Assistant Instanz erstellen lassen.

Dieses Backup musst du dann natürlich noch an eine andere Stelle kopieren. Dies kann man bspw. in die Cloud machen (zu Google), was ich weder empfehle, noch nutze. Im Idealfall kopierst du die Daten, ebenfalls automatisch, nachts von Home Assistant zu einem anderen Speichermedium. Ich nutze hierfür FTP auf meinem lokalen NAS, so dass die täglich erstellten Backups automatisch auf mein NAS kopiert werden.

Sollte mein Home Assistant also einen Komplettausfall erleiden, kann ich auf eines der Backups auf meinem NAS zurückgreifen.

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Dieser Beitrag ist Teil einer Beitrags-Serie rund um Home Assistant.

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