Diese Woche wird’s bunt in der Smart-Home-Welt: Du baust dir für schlappe 125 Dollar einen Bookshelf-Lautsprecher, der locker mit echten Boxen mithalten kann, während gleichzeitig die EU mit einer neuen 3-Euro-Abgabe deine nächste AliExpress-Bestellbonanza etwas eintrübt – Wir frickeln eben trotzdem weiter. Auf der KI-Seite bekommt Home Assistant mit ha-mcp-readonly einen Röntgenblick für Claude & Co., der zwar alles sieht, aber nichts anfassen darf, und auch die Open Home Foundation lässt mit ihrem ersten Jahresbericht und über zwei Millionen Installationen die Korken knallen. Und für alle, die genug vom App-Wischen haben, gibt’s mit EspControl endlich eine Lösung, die selbst die Familie ohne Codier-Schulung an die Wand bringt – Touchscreen statt Diskussionen, sozusagen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 DIY-Lautsprecher für Home Assistant
- 2 Neue EU-Abgabe von 3 € pro Artikelkategorie trifft AliExpress-Bestellungen
- 3 HA-MCP-Readonly: Sicherer Vollzugriff für KI-Assistenten auf Home Assistant
- 4 Open Home Foundation veröffentlicht ersten Jahresbericht: Über 2 Millionen Home-Assistant-Installationen
- 5 EspControl: Code-freie Touchscreen-Steuerzentrale für Home Assistant
DIY-Lautsprecher für Home Assistant
Mit diesem vierten Projekt der HouseWaves-Serie baust du dir einen Bookshelf-Lautsprecher für Home Assistant, der dank 30W-Verstärkung und Doppel-Treiber-System ordentlichen Bass liefert und damit deutlich näher an klassische Heimanlagen heranreicht als die Vorgängerprojekte. Du nutzt eine günstige, fertig gekaufte Passivbox und rüstest sie mit dem ESP32-Board „LOUDER PLUS“ von Sonocotta nach, das DAC, DSP und Verstärker bereits integriert hat. Anders als bei früheren Versionen musst du keinen Treiber entfernen, da die große Anschlussplatte am Gehäuse genug Platz für das ESP32-Board in einem RPi-Gehäuse bietet. Als Firmware stehen dir ESPHome mit SendSpin oder Snapcast, Squeezelite oder sogar AirPlay 2 zur Auswahl, sodass Music Assistant das Gerät automatisch erkennt und du synchronisierte Mehrraum-Audiowiedergabe sowie TTS-Benachrichtigungen ganz ohne Cloud, Abonnements oder komplizierte Integrationen bekommst. Für die Teile zahlst du etwa 125 US-Dollar inklusive Versand und Zoll, der Umbau selbst dauert pro Lautsprecher weniger als eine Stunde und erfordert weder Lötkenntnisse noch Schreinerarbeiten – höchstens ein Loch bohren oder eine 3D-gedruckte Platte einsetzen. Wer den Eigenbau scheut, kann fertig montierte und getestete Versionen direkt über die Webseite des Autors kaufen. Die Anleitung steht unter einer Non-Commercial-Lizenz, sodass private Nutzung, Verschenken und Lernen ausdrücklich erlaubt sind, der gewerbliche Verkauf fertiger Einheiten jedoch nicht.
Neue EU-Abgabe von 3 € pro Artikelkategorie trifft AliExpress-Bestellungen
Ab Juli wird in der EU eine neue Gebühr von 3 € pro Artikelkategorie auf Bestellungen aus Drittländern wie AliExpress oder Temu fällig, was besonders Home-Assistant- und Homelab-Enthusiasten betreffen dürfte, die häufig günstige Elektronikkomponenten aus China bestellen. Wichtig ist dabei: Die Gebühr wird nicht pro einzelnem Artikel berechnet, sondern pro Produktkategorie – wenn du also mehrere gleiche oder ähnliche Teile in einer Bestellung kaufst, zahlst du die 3 € nur einmal für diese Kategorie, während unterschiedliche Kategorien jeweils zusätzlich berechnet werden. In den Diskussionen wird vermutet, dass Anbieter ihre Artikel künftig möglichst breit und vage kategorisieren werden (etwa als „Elektronik-Mix“), um die Gebühr für Käufer zu minimieren, und dass sich dadurch Sammelbestellungen oder Gruppenkäufe stärker etablieren könnten. Als Hintergrund der Maßnahme wird genannt, dass die Flut an Kleinpaketen mit Billigware aus Fernost eingedämmt werden soll, auch wenn viele Nutzer befürchten, dass dies vor allem ihre Bastelprojekte verteuert und sich Bestellungen aus EU-Lagern dadurch als praktikablere Alternative durchsetzen werden.

Die eigentliche Info hierüber ist zwar schon über ein halbes Jahr her, aber in ein paar Tagen dürfte diese Änderung dann wohl Lieferungen aus Fernost betreffen.
HA-MCP-Readonly: Sicherer Vollzugriff für KI-Assistenten auf Home Assistant
Mit ha-mcp-readonly bekommst du einen MCP-Server, der KI-Assistenten wie Claude Desktop, LibreChat oder Cline vollständigen Einblick in deine Home-Assistant-Instanz verschafft, ohne dass dabei Schreibzugriffe möglich sind – weder Zustände lassen sich ändern noch Services oder Automatisierungen auslösen. Über mehr als 75 Werkzeugkategorien kannst du dir damit Entitätszustände, Automatisierungen, Skripte, Geräte, Logs und Diagnosedaten direkt von der KI analysieren lassen, etwa um fehlerhafte Automatisierungen zu diagnostizieren, verwaiste Konfigurationen aufzuspüren oder den Zustand deiner Integrationen zu überprüfen. Zusätzlich generiert das Tool ein vollständiges Markdown-Snapshot deiner gesamten Smart-Home-Konfiguration, das du als Wissensgrundlage für RAG-Systeme oder als Projektkontext bei ChatGPT, Claude Projects und ähnlichen Tools hochladen kannst, falls kein direkter Live-Zugriff gewünscht ist.

Sicherheitsrelevant ist dabei, dass Authentifizierungsdaten grundsätzlich blockiert werden, Zugriffstoken niemals geloggt erscheinen und der Dateisystemzugriff strikt auf das Konfigurationsverzeichnis begrenzt bleibt. Du kannst den in Python entwickelten Server sowohl lokal als auch über Docker betreiben und ihn per REST-API oder direkt als MCP-Integration in deine bestehenden Tools einbinden. Damit unterscheidet sich das Projekt von der nativen MCP-Server-Integration aus dem Home-Assistant-Core, die ausschließlich über die Assist API läuft und dir nur Steuerung und Statusabfragen freigegebener Entitäten erlaubt, aber keinen Zugriff auf Konfigurationsdateien, Logs oder den Automatisierungseditor bietet – ha-mcp-readonly setzt genau hier an und liefert die tiefere, dafür rein lesende Diagnoseebene, die der offiziellen Integration fehlt.
Open Home Foundation veröffentlicht ersten Jahresbericht: Über 2 Millionen Home-Assistant-Installationen
Mit ihrem ersten Jahresbericht für 2025 gibt dir die Open Home Foundation einen Einblick in ein Jahr großer struktureller Veränderungen, in dem die Organisation sich zu einer gemeinnützigen Schweizer Stiftung umstrukturierte und dabei klare Trennlinien zwischen Vorstand, Führungsgremium und Verwaltung schuf, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Diese neue Struktur ermöglichte erstmals festangestelltes Personal, das die Community und den Tagesbetrieb der Open-Source-Projekte unterstützt, während sich die Freiwilligen verstärkt auf kreative Beiträge konzentrieren können; zusätzlich richtete die Stiftung eine Policy & Principles Working Group ein, die für die Grundwerte Privatsphäre, Wahlfreiheit und Nachhaltigkeit einsteht.

Inhaltlich war 2025 für uns als Home-Assistant-Nutzer ein besonders starkes Jahr, da die Plattform weltweit auf über zwei Millionen aktive Installationen wuchs – ein Anstieg von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und beim ersten Open Home Foundation Summit in Dublin sogar der neue offene Audiostandard Sendspin entstand. Ergänzt wurde das Jahr durch 82 Community-Day-Veranstaltungen mit 1.600 Teilnehmenden weltweit, die Aufnahme von Apollo Automation als zweitem kommerziellen Partner sowie den Aufbau einer eigenen Community-Abteilung samt regelmäßiger Sync-Meetings, in denen Entwickler, Mitwirkende und Nutzer direkt an der Planung größerer Projekte mitwirken können.
Home Assistant wird gefühlt erwachsen irgendwie… 😉
EspControl: Code-freie Touchscreen-Steuerzentrale für Home Assistant
Mit EspControl bringst du deine alltäglichen Home-Assistant-Steuerungen auf ein dediziertes ESP32-Touchdisplay, etwa für Lichtschalter neben der Tür, die Heizung im Flur, Garagensteuerung im Hauswirtschaftsraum oder ein Nachttischpanel für Szenen und Alarme, ohne dabei eine Zeile Code schreiben oder YAML bearbeiten zu müssen. Die Installation läuft komplett über den Browser: Du flashst die Firmware per WebSerial direkt auf das Display, verbindest es über einen eingerichteten Hotspot mit deinem WLAN, lässt es von Home Assistant automatisch entdecken und konfigurierst anschließend Karten, Seiten, Farben und weitere Anzeigeeinstellungen direkt über die integrierte Setup-Seite des Panels.

Zur Verfügung stehen zahlreiche Kartentypen für Schalter, Lichter, Aktionen, Sensoren, Türen und Fenster, Anwesenheit, Schieberegler, Lüfter, Saugroboter, Rollläden, Garagentore, Schlösser, Alarme, Klima, Kamera, Medien und mehr, sodass sich praktisch jedes in Home Assistant sichtbare Gerät auf den Touchscreen legen lässt. Unterstützt werden mehrere günstige ESP32-Touchdisplays unterschiedlicher Größe von 4 bis 10,1 Zoll, und wer es technischer mag, kann die Firmware auch manuell über ESPHome kompilieren und installieren, etwa um eine Ethernet-Variante ohne WLAN-Funktionalität zu nutzen oder die integrierte Weboberfläche per Passwort zu schützen. Damit bekommst du eine praktische, alltagstaugliche Bedienstation, die auch Familienmitgliedern und Gästen einfache Tastendrucksteuerung ermöglicht, ohne dass sie die Home-Assistant-App selbst bedienen müssen.
Da ich mich die letzten Wochen mit dem AZ-Delivery Touch beschäftigt habe, gefällt mir EspControl ganz gut. Auch, da AZ-Delivery ja wohl vom Markt verschwinden wird…
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