Easy Floorplan: Endlich ein Home Assistant Grundriss ohne YAML-Krampf

Ich war lange kein Freund von Floorplans in Home Assistant. Nicht, weil ich die Idee schlecht finde – ein Grundriss mit euren Geräten drauf sieht ja erstmal richtig gut aus – sondern weil mir eigentlich alles, was ich bisher dazu gesehen oder ausprobiert habe, ziemlich umständlich vorkam. Entweder bastelt man sich SVGs mühsam von Hand zusammen, oder die Konfiguration liest sich wie ein kleines Studium für sich.

Die HACS-Erweiterung Easy Floorplan von Entwickler nicosandller hat mich davon jetzt ein Stück abgebracht. Der Aufbau ist erstaunlich simpel, funktioniert aber trotzdem richtig gut. In diesem Beitrag zeige ich euch, was die Karte kann und wie ihr sie einrichtet.

Was ist Easy Floorplan?

Easy Floorplan ist eine Lovelace-Karte für Home Assistant, die ihr über HACS als Custom Repository installiert. Der große Unterschied zu vielen anderen Floorplan-Lösungen: Ihr braucht kein externes Tool und keine SVG-Kenntnisse. Es gibt einen visuellen Drag-and-Drop-Editor direkt in Home Assistant, in dem ihr Wände zeichnet, Türen und Fenster platziert und Geräte per Klick auf den Plan setzt. Die komplette Konfiguration schreibt der Editor selbst – händisches YAML ist optional, nicht Pflicht.

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Vielleicht nutze ich nun doch auch einen Floorplan im Dashboard?

Installation über HACS

Die Installation läuft wie bei den meisten Custom Cards:

  1. Easy Floorplan als Custom Repository in HACS hinzufügen, Kategorie Dashboard
  2. Karte in HACS suchen und herunterladen
  3. Browser hart neu laden (Cache leeren), damit Home Assistant die neue Karte erkennt
  4. Auf einem Dashboard über „Karte hinzufügen“ nach „Easy Floorplan“ suchen

Danach öffnet sich eine leere Karte im Editor-Modus, und der eigentliche Aufbau beginnt.

Der Editor: Wände, Türen und Fenster zeichnen

Der Editor ist in mehrere Bereiche aufgeteilt: eine Werkzeugleiste oben, darunter eine Kontextzeile für die Einstellungen des gerade aktiven Tools, in der Mitte das Canvas, und unten der Bereich für Elemente und Projektverwaltung.

Wände zeichnet ihr mit dem Wall-Tool per Maus. Praktisch dabei: Die Endpunkte schnappen automatisch an nahegelegene Ecken ein, sodass sich Räume sauber schließen, ohne dass ihr pixelgenau arbeiten müsst. Ein Straighten-Toggle sorgt zusätzlich dafür, dass Linien gerade bleiben.

Türen und Fenster platziert ihr per Klick auf eine bestehende Wand, an der sie automatisch einrasten. Die Länge lasst sich vorher im Kontextfeld einstellen.

Geräte mit echten Entities verknüpfen

Über die „+ Add“-Funktion setzt ihr Geräte-Icons auf den Plan und verknüpft sie mit echten Entities aus eurer Home Assistant Installation. Bei Lichtern und Schaltern reicht ein Antippen auf dem Plan, um sie direkt umzuschalten. Bei anderen Entities öffnet sich stattdessen der gewohnte More-Info-Dialog.

Optional zeigt die Karte auch den aktuellen Zustand direkt am Icon an, zum Beispiel eine Kombination aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit in einem Raum.

Präsenz und Bewegung sichtbar machen

Für Präsenz- und Bewegungssensoren bietet Easy Floorplan animierte Ripple-Effekte: pulsierende Ringe, die aktiv sind, solange der Sensor „an“ meldet, und die im Ruhezustand zu einem dezenten Punkt verblassen. Das macht den Plan nicht nur hübscher, sondern auf einen Blick auch sofort informativ, wenn ihr zum Beispiel überprüfen wollt, ob noch jemand in einem Raum ist.

Türen und Fenster live animiert

Verknüpft ihr eine Tür oder ein Fenster mit einem Kontaktsensor oder einer Cover-Entity, öffnet und schließt sich das Element auf dem Plan animiert, sobald sich der reale Zustand ändert. Auch das ist eine kleine, aber wirkungsvolle Ergänzung, wenn ihr auf einen Blick sehen wollt, ob irgendwo ein Fenster offen steht.

Möbel und Live-Position-Tracking

Für mehr Kontext auf dem Plan gibt es vorgefertigte Möbel-Symbole wie Tisch, Sofa, Bett oder Schrank als einfache graue Strichzeichnungen, die sich frei platzieren, skalieren und drehen lassen.

Besonders spannend finde ich das Live-Position-Tracking: Über ein oder zwei Distanzsensoren, etwa mmWave- oder Radarsensoren, lässt sich ein bewegter Marker auf dem Plan darstellen, der die ungefähre Position einer Person im Raum anzeigt. Für alle, die mit Präsenzerkennung experimentieren, ist das ein echtes Extra gegenüber klassischen Floorplan-Lösungen.

Weitere Funktionen im Überblick

Zusätzlich zu den bereits genannten Features unterstützt Easy Floorplan:

  • Mehrere Etagen innerhalb einer Karte
  • Hintergrundbilder, um einen echten Grundriss als Vorlage zum Nachzeichnen einzubinden
  • Mehrfachauswahl mit Kopieren und Einfügen, um wiederkehrende Elemente schnell zu duplizieren
  • Automatische Skalierung, sodass sich die Darstellung an jede Karten- und Bildschirmgröße anpasst

Fazit

Für jemanden, der wie ich bisher eher skeptisch gegenüber Floorplans in Home Assistant war, ist Easy Floorplan eine angenehme Überraschung. Der visuelle Editor nimmt einem die mühsame Handarbeit ab, ohne dass man auf Funktionstiefe verzichten muss. Wer schon länger einen Grundriss für sein Zuhause im Dashboard haben wollte, es aber wegen des Aufwands bisher gelassen hat, sollte sich die Erweiterung mal ansehen.

Falls ihr eine andere Lösung kennt, die für euch noch besser funktioniert, schreibt sie gerne in die Kommentare – ich bin da wirklich offen für andere Erfahrungen aus der Community.

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