Kennst du das? Eine Automation läuft seit Monaten zuverlässig – und irgendwann, ganz plötzlich, tut sie es nicht mehr. Die Heizung bleibt kalt, das Licht draußen geht nicht an, die Bewässerung läuft nicht mehr an. Bemerkt hast du es nicht durch Home Assistant, sondern erst durch die Konsequenz im echten Leben.
Genau für dieses Problem habe ich mit Unterstützung von Claude eine eigene Integration gebaut: Automation Monitor (GitHub). In diesem Beitrag erkläre ich, warum das Problem überhaupt existiert, was Home Assistant und bekannte Community-Tools schon davon abdecken – und welche Lücke am Ende trotzdem bleibt.
Wer Bewegtbild lieber mag, findet hier mein passendes Video zum Automation Monitor:
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Das Grundproblem: Automationen sind stumm
Automationen in Home Assistant laufen oder laufen nicht, und wenn etwas schiefgeht, landet das tief vergraben in den Traces. Es gibt kein Dashboard, das euch von sich aus sagt: „Deine Bewässerungs-Automation ist seit drei Tagen tot.“
Dabei gibt es grob zwei völlig unterschiedliche Arten, wie eine Automation kaputtgehen kann:
- Sie läuft – und bricht dabei ab. Ein Service-Aufruf schlägt fehl, ein Template rechnet mit einem plötzlich leeren Wert.
- Sie ist noch gar nicht gelaufen, obwohl sie längst betroffen wäre. Ein Zigbee-Schalter fällt aus dem Netz, aber die zugehörige Automation hat davon noch nichts mitbekommen, weil sie schlicht noch nicht getriggert wurde – wie ein platter Reifen an einem Auto, das in der Garage steht.
Was Home Assistant selbst schon erkennt
Die gute Nachricht zuerst: Home Assistant ist deutlich besser darin geworden, Konfigurationsfehler von sich aus zu finden. Unter Einstellungen → System → Reparaturen meldet Home Assistant zum Beispiel, wenn eine Automation einen Service referenziert, der gar nicht existiert. Das ist statische Validierung: Der Fehler steckt schon in der Konfiguration, bevor die Automation überhaupt einmal gelaufen ist.

Spook und Watchman: zwei starke Ergänzungen
In genau diesem Bereich – der statischen Prüfung der Konfiguration – gibt es zwei Community-Projekte, die ich uneingeschränkt empfehlen kann:
Spook erweitert Home Assistant um jede Menge zusätzlicher Diagnose-Entitäten und Reparatur-Hinweise, von verwaisten Entitäten bis zu diversen Konfigurations-Unsauberkeiten, die Home Assistant selbst nicht meldet.
Watchman hat einen klareren Fokus: Es durchsucht die komplette Konfiguration nach Entitäten und Services, die irgendwo referenziert werden, aber gar nicht mehr existieren – zum Beispiel nach einer umbenannten oder gelöschten Entität.
Beide Tools prüfen eure Konfiguration, bevor überhaupt etwas passiert ist. Sehr wertvoll – aber eben nur die halbe Miete.
Die Lücke: Fehler, die erst zur Laufzeit entstehen
Denn es gibt Fehler, die überhaupt keine Konfigurationsfehler sind – Fälle, in denen eure Automation aus Sicht von Home Assistant völlig korrekt ist, aber beim Ausführen trotzdem etwas schiefgeht:
- Ein Template kann fehlerfrei geschrieben sein und trotzdem scheitern, wenn der Wert, den es gerade braucht, in diesem Moment fehlt.
- Ein bewusster Stopp-mit-Fehler-Befehl ist kein Konfigurationsfehler, sondern ein ganz normaler, erlaubter Baustein – etwa um euch zu warnen, wenn ein Fenster-Sensor keinen Wert liefert. Aus Sicht der Konfiguration ist alles korrekt, der Fehler entsteht erst, wenn genau dieser Fall zur Laufzeit eintritt.
- Manche Automationen sprechen mit Cloud-Diensten. Hat so ein Dienst gerade ein Netzwerkproblem, ist das ebenfalls kein Fehler in eurer Konfiguration, sondern wird erst beim Ausführen sichtbar.

All das sehen weder die Reparaturen von Home Assistant noch Watchman noch Spook, weil die Konfiguration zu keinem Zeitpunkt falsch war. Und auch der eingangs beschriebene zweite Fall – die längst offline Entität, deren Automation einfach noch nicht getriggert wurde – entdeckt keines dieser Tools, weil da schlicht noch kein protokollierbarer Fehler passiert ist.
Was Automation Monitor sichtbar macht
Für genau diese Probleme kannte ich bislang keine fertige Lösung. Kontrolliert habe ich das eher schlecht als recht durch regelmäßiges manuelles Durchschauen der zuletzt gelaufenen Automationen. Weil mir nichts Passendes bekannt war, habe ich Claude gebeten, mir zu helfen. Herausgekommen ist Automation Monitor, mit zwei komplett unabhängigen Sensoren:
sensor.failed_automationshängt sich an die Trace-Daten von Home Assistant und erkennt, wenn eine Automation tatsächlich gelaufen ist und dabei etwas schiefgegangen ist – inklusive der sauberen Unterscheidung zwischen einem echten Fehler und einem bewussten, gewollten Stopp.sensor.linked_entities_unavailablegeht proaktiv vor: Er schaut sich an, welche Entitäten eure Automationen und Skripte überhaupt referenzieren, und meldet, wenn eine davonunavailablehängen bleibt – unabhängig davon, ob die zugehörige Automation inzwischen mal gelaufen ist.
Wichtig dabei: Automation Monitor ändert nichts an eurem System. Es greift nirgends ein und repariert nichts automatisch. Es liefert euch nur strukturierte Daten als Sensor mit Attributliste – was ihr daraus macht, eine Benachrichtigung, ein Dashboard, eine Folgeautomation, liegt komplett bei euch.
Die Integration bietet optional die Möglichkeit sich in Home Assistant benachrichtigen zu lassen:

Fehler in gelaufenen Automationen können als Benachrichtigung in Home Assistant dargestellt werden:

Zusätzlich ist es natürlich möglich die Sensordaten mittels Markdown-Karten sich im Dashboard anzeigen zu lassen.
Vom User ArnauFeld gibt es hierzu eine schicke Umsetzung, die dann in etwa so aussehen kann:

Die Installation in Home Assistant erfolgt über HACS als Benutzerdefiniertes Repository:
Fazit
Home Assistants eingebaute Reparaturen, Spook und Watchman decken die Konfiguration hervorragend ab. Sobald ein Fehler aber nur zur Laufzeit auftritt oder sich in einer stillstehenden Automation versteckt, seid ihr bisher blind gewesen. Automation Monitor schließt genau diese Lücke.
Das Projekt ist noch nicht fertig, aber schon jetzt aus meiner Sicht absolut nützlich. Installationsanleitung und Repo findet ihr wie immer verlinkt – und wenn ihr es selbst testet, würde mich euer Feedback in den Kommentaren wirklich interessieren, gerade der zweite Sensor ist noch frisch.
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