Hast du dich schon mal gefragt, ob du dein Smart Home zur Not auch mit einer offenen Flamme betreiben kannst, während du auf einer leuchtenden Pixel-Uhr die neuesten GitHub-Commits zum Frühstück liest? In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf genau solche Spielereien und nehmen vor allem das frische Home Assistant 2026.9 Update unter die Lupe, das dir dank neuer UI endlich nerviges YAML-Gefrickel bei Modbus erspart und dein Security-Dashboard ordentlich aufpoliert. Außerdem lassen wir die smarte Ulanzi TC002 Uhr gegen die BUSY Bar antreten, wühlen uns durch die spannenden Erkenntnisse der ersten großen Home-Assistant-Umfrage und ich verrate dir, warum ich mir gerade auf der IFA am Stand der Open Home Foundation lieber die Beine in den Bauch stehe, anstatt mir die nächste angeblich bahnbrechende Cloud-Waschmaschine andrehen zu lassen.
Smartere Sprachsteuerung und besseres Modbus
Das Update 2026.9 von Home Assistant bringt viele praktische Neuerungen für Dein Smart Home. Eine der größten Verbesserungen betrifft Modbus: Anstatt komplizierte YAML-Codes zu schreiben, kannst Du entsprechende Geräte nun einfach direkt über die Benutzeroberfläche auswählen, da sie sich ab sofort eine gemeinsame Verbindung teilen. Außerdem kannst Du als Cloud-Abonnent eine neue Spracherkennungs-Engine testen. Diese wurde speziell dafür entwickelt, auch bei störenden Hintergrundgeräuschen, starken Akzenten und nicht-englischen Sprachen deutlich zuverlässiger zu funktionieren.
Für mehr Übersicht sorgt das überarbeitete Security-Dashboard. Es bietet Dir nun einen Bereich für aktive Alarme, der nur dann erscheint und je nach Dringlichkeit warnt, wenn tatsächlich Deine Aufmerksamkeit gefragt ist – etwa bei einem offenen Fenster oder einem Rauchalarm. Deine wichtigsten Geräte wie Türschlösser oder Sensoren lassen sich zudem als Favoriten ganz oben anpinnen. Die Historien- und Aktivitätsbereiche haben ebenfalls ein neues seitliches Panel erhalten, mit dem Du Ereignisse komfortabel nach Räumen, Geräten oder Kategorien filtern kannst, ohne den Überblick zu verlieren.
Eine weitere sehr hilfreiche Änderung betrifft das Aktivitätsprotokoll: Du siehst dort nun nicht mehr nur, dass sich der Status eines Geräts geändert hat, sondern erfährst auch direkt den genauen Grund dafür. So lässt sich sofort nachvollziehen, welche konkrete Automation eine Aktion ausgelöst hat. Nutzt Du die Home Assistant Cloud, profitierst Du zudem von mehr Sicherheit, da bei fehlerhaften Login-Versuchen nun die echte IP-Adresse angezeigt wird und Du unerwünschte Zugriffsversuche so viel gezielter blockieren kannst.
Deine neue smarte Pixel-Uhr für den Schreibtisch?
Die Ulanzi TC002 Pixbar Smart Pixel Clock II² ist weit mehr als nur eine herkömmliche Uhr für Deinen Arbeitsplatz. Das smarte Display mit 16×52 Pixeln und 832 LEDs lässt sich flexibel anpassen, um neben der Uhrzeit auch das aktuelle Wetter, Deinen Fokus-Timer, Termine oder sogar die Follower-Zahlen Deiner Social-Media-Kanäle in Echtzeit anzuzeigen. Gesteuert wird das Gerät ganz intuitiv über einen Drehknopf und Schnellwahltasten am Gehäuse, während Du über die zugehörige Ulanzi Studio App eigene Pixel-Art-Designs kreieren kannst. Dank MQTT-Unterstützung und Open-Source-Anbindung fügt sich die Uhr nahtlos in Dein Smart Home ein und lässt sich sogar magnetisch von der Ladestation abnehmen, sodass Du sie mit dem integrierten Akku bis zu zwei Stunden flexibel überall nutzen kannst.

Vor ein paar Wochen hatte ich hier schon über die BUSY Bar von Flipper Zero berichtet, die recht ähnlich gestaltet daherkommt. Im Vergleich zur Ulanzi TC002² richtet sich die BUSY Bar noch spezifischer an tiefes, ungestörtes Arbeiten. Während die Ulanzi-Uhr ein allgemeineres Info-Display für den Schreibtisch ist, ist die BUSY Bar primär ein Produktivitäts-Multi-Tool mit integriertem Pomodoro-Timer. Ein großer Vorteil für den Workflow: Sie kann geräteübergreifend Benachrichtigungen sowie Apps auf dem Smartphone stumm schalten und sich automatisch aktivieren, sobald Du in einem Call oder Stream bist. Zwar unterstützen beide Geräte Smart-Home-Anbindungen (MQTT, Home Assistant) und sind quelloffen, die BUSY Bar punktet jedoch zusätzlich mit einem zweiten, kleinen E-Ink-Display auf der Rückseite, speziellen Tasten für die Timer-Steuerung und nativer Matter-Unterstützung (Apple Home / Google Home) sowie einem Fokus-Modus, der aktiv Social-Media-Apps auf Deinem Telefon blockiert.
Matthias (von haus: automation) hat angekündigt, dass er einen genaueren Blick auf die TC002 werfen wird: https://www.instagram.com/p/Dcs8Y95C_4b/
Ergebnisse der ersten Home-Assistant-Umfrage
Im Fokus der ersten Home-Assistant-Umfrage mit 8.616 Teilnehmern standen die Lebensrealitäten und Setups der Smart-Home-Community, um die Plattform noch zugänglicher und inklusiver zu gestalten. Wie die nun auf Zenodo veröffentlichten, streng anonymisierten Ergebnisse zeigen, verwalten die Nutzer meist zwischen 11 und 200 Geräte und legen bei der Wahl ihres Systems großen Wert auf lokale Kontrolle, Open Source sowie umfassende Anpassbarkeit. Interessant ist auch die soziale Dynamik: Meist richtet eine Person – in der Regel männlich – das System ein und pflegt es, während Partner und Familie lediglich damit interagieren. Die so gewonnenen Erkenntnisse nutzt die Open Home Foundation bereits aktiv, um bestehende Ungleichgewichte im Smart Home abzubauen, Design-Anpassungen in Home Assistant vorzunehmen und künftige Forschungs- sowie Hardware-Projekte gezielter an den Bedürfnissen der Community auszurichten.

Brandheißes Setup: Wenn dein Computer plötzlich mit Feuer läuft
Falls dir dein aktueller PC zu langweilig ist, kannst du dir ab sofort eine echte Steampunk-Fantasie auf den Schreibtisch stellen: Der YouTuber PickentCode hat einen ESP32-Computer gebaut, der seinen Strom allen Ernstes aus der Hitze einer offenen Flamme gewinnt. Das im viktorianischen Stil gehaltene Cyberdeck steckt in einem schicken Holzgehäuse mitsamt lasergraviertem Porträt des Stirlingmotor-Erfinders Robert Stirling und ist kein bloßes Ausstellungsstück, sondern lässt dich direkt echten Maschinencode ausführen. Der einzige kleine Haken an der Sache dürfte das hastige Nachfüllen des Brennstoffs mitten in einer intensiven Coding-Session sein – dafür bleiben aber deine Stromkosten im Keller und dein Rechner ist im wahrsten Sinne des Wortes brandheiß.
Hier findest du das Ganze in einem Video:
Die Morgenpost für Smarthome-Nerds: Paulus baut die GitHub-Zeitung
Wer zum ersten Kaffee lieber Pull Requests statt Weltgeschehen inhaliert, bekommt mit OHF Daily von Paulus Schoutsen die passende Lektüre: Das Projekt verwandelt das tägliche GitHub-Treiben rund um Home Assistant, ESPHome und Music Assistant vollautomatisch in eine verständliche Tageszeitung. Statt sich durch unzählige Commits zu wühlen, erfährt man kurz und knackig, welche neuen Features landen, welche Bugs das Zeitliche gesegnet haben und wer aus der Community fleißig war – garniert mit Aktivitätsstatistiken, einem Release-Radar und Archiv für den perfekten Überblick ganz ohne GitHub-Überdosis.

IFA-Zusammenfassung
Ich selbst bin aktuell noch auf der IFA in Berlin unterwegs – allerdings weniger als klassischer Zuschauer, sondern mit einem aktiven Part als Volunteer am Stand der Open Home Foundation. Die OHF feiert dieses Jahr ihre IFA-Premiere, und anders als bei nahezu allen anderen Ausstellern geht es hier nicht darum, etwas zu verkaufen oder die nächste angeblich große Innovation anzupreisen. Stattdessen stehen hier ganz viele Gesichter, die euch aus der Home Assistant-Welt bereits bekannt sind (Paulus, Franck, Missy um nur ein paar dieser wundervollen Menschen zu nennen), bereit für echte Gespräche. Wir nehmen uns die Zeit, um Fragen zu beantworten, Zusammenhänge zu erklären und somit auch hier den Open-Source-Gedanken und die lokale Datenkontrolle greifbar zu machen.

Und wer jetzt die im Titel „versprochene“ Zusammenfassung der IFA erwartet, dem empfehle ich das für heute (Sonntag) angekündigte Video vom lieben Andreas (das habe ich natürlich selbst noch nicht gesehen, aber ich unterstelle, dass es gut sein wird ;)):
https://www.youtube.com/@spielundzeug
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