Smart Home & City Trends: KI-Bäume, offene Funk-Lücken und die Gefahr des Klick-Wahns
Während die Stadt Hürth ihren Bäumen mittlerweile eine eigene „Persönlichkeit“ verpasst, um sie per KI punktgenau zu wässern, zeigt openHAB 5.2 dank Gemini-Integration, dass du bald auch mit deinen Lampen tiefgründige Gespräche führen kannst – vorausgesetzt, dein Nachbar hat dir nicht gerade im Vorbeifahren den Hoymiles-Wechselrichter per Funk-Hack lahmgelegt. Wer jetzt vor lauter Schreck panisch auf den neuen, brandgefährlichen „Update all“-Button von Home Assistant klickt, um die neuesten Breaking Changes ungefiltert ins System zu jagen, sollte zumindest kein uraltes iPhone mehr nutzen, denn der Support für ältere Apple-Betriebssysteme ist bald Geschichte. Und falls du dich fragst, wie du deinen Stromzähler endlich lokal und ohne Cloud-Zwang bändigst: Wir zeigen dir, wie du die 15-Euro-Hardware von OBI mal so richtig nach deinen eigenen Regeln tanzen lässt!
Inhaltsverzeichnis
- 1 Smarte Baumbewässerung senkt kommunale Kosten
- 2 Schwere Sicherheitslücken bei Hoymiles-Wechselrichtern
- 3 openHAB 5.2 bringt wegweisende KI-Features und Entwickler-Upgrades
- 4 OBI Smart Energy Tracker von Cloud-Zwang befreit
- 5 Bequemlichkeit schlägt Sorgfalt: mein Problem mit „Update all“ (Meinung)
- 6 Home Assistant beendet Support für ältere Apple-Betriebssysteme
Smarte Baumbewässerung senkt kommunale Kosten
Die Stadt Hürth schützt ihr Stadtgrün effizient vor Trockenstress und spart Kosten durch das digitale Bewässerungssystem „Urban Tree Intelligence“ (mehr Infos). Dabei messen Sensoren direkt die Gewebefeuchtigkeit ausgewählter Bäume und übermitteln die Daten per Funk an das Smart-City-Betriebssystem urbanOS. Eine künstliche Intelligenz wertet diese Werte zusammen mit Wetterprognosen und Bodenbeschaffenheiten aus, ordnet die Bäume einer von 72 „Baumpersönlichkeiten“ zu und prognostiziert so den exakten Wasserbedarf – selbst für Bäume ohne eigene Sensoren. Statt starrer, pauschaler Gießrouten ermöglicht diese Technologie den Stadtwerken eine bedarfsgerechte, KI-optimierte Routenplanung. Dadurch verhinderst du die Verschwendung von Wasser, schonst wertvolle Personalressourcen und sicherst gleichzeitig die langfristige Gesundheit und Kühlleistung der Bäume im Stadtgebiet. (Quelle: handelsblatt.com)
Spielerisch wird das ganze hier dargestellt:
Schwere Sicherheitslücken bei Hoymiles-Wechselrichtern
Besitzt du eine Photovoltaikanlage oder ein Balkonkraftwerk mit einem Wechselrichter des chinesischen Herstellers Hoymiles (insbesondere Modelle der HM-, HMS- und HMT-Serien), droht dir ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Wie heise berichtet haben Sicherheitsforscher gravierende Schwachstellen im DTU-Funkprotokoll aufgedeckt, über die Angreifer deine Solaranlage ohne großen Aufwand manipulieren können. Da die Wechselrichter sensible Gerätedaten unverschlüsselt übermitteln und Befehle ungesichert per Funk akzeptieren, ist es für unbefugte Dritte möglich, deine PV-Anlage im Vorbeifahren komplett abzuschalten, unerwünschte Befehle einzuschleusen oder sogar die Hardware physische zu zerstören. Da vom Hersteller bislang keine Firmware-Updates bereitgestellt wurden und der Funkverkehr standardmäßig ungeschützt bleibt, bist du potenziellen Sabotageakten und Datendiebstählen in deiner Nachbarschaft schutzlos ausgeliefert.
openHAB 5.2 bringt wegweisende KI-Features und Entwickler-Upgrades
Mit dem Release von openHAB 5.2 wird dein Smart Home durch die tiefe Integration von künstlicher Intelligenz noch intelligenter und kommunikativer. Über das neue Google Gemini-Binding und den integrierten openHAB MCP-Server (Model Context Protocol) kannst du deine Smart-Home-Geräte ganz einfach in natürlicher Sprache per Chat steuern und abfragen. Entwickler und Power-User profitieren von einem massiven Upgrade der Automatisierungs-Engines: Für JavaScript (GraalVM) und Python Scripting steht ab sofort ein vollwertiger Debugger bereit, der die fehleranfällige Suche mittels Log-Einträgen überflüssig macht, während die klassische Rules DSL eine umfassende Modernisierung für mehr Flexibilität erhält. Zudem führt das Update dateibasierten YAML-Support für Sitemap-UIs ein, erlaubt die Definition mehrerer Sitemaps in einer einzigen Datei und bringt mächtige Funktionen zur detaillierten Zutrittskontrolle sowie Überwachung von intelligenten Türschlössern, Gegensprechanlagen und NFC- oder Gesichtserkennungs-Lesern direkt in dein System.

OBI Smart Energy Tracker von Cloud-Zwang befreit
Suchst du nach einer Möglichkeit, den für 15 Euro bei OBI erhältlichen Smart Energy Tracker ohne die offizielle heyOBI-App und den damit verbundenen Cloud-Zwang zu nutzen, bietet dir ein aktuelles Reverse-Engineering-Projekt von Aaron Christophel die passende Lösung. Das System besteht aus einem IR-Lesekopf mit einem Cortex-M0+-Mikrocontroller, der deine Stromzählerdaten per 868-MHz-LoRa an ein Gateway mit integriertem ESP32-C3-Chip funkt. Da dieses Gateway die Daten normalerweise über sicheres MQTT an eine AWS-Cloud-Instanz übermittelt, kannst du das Gerät durch ein cleveres Reprovisionierungsverfahren auf deinen eigenen, lokalen MQTTS-Broker umleiten. Für diesen Weg musst du dank eines bereitgestellten Python-Scripts keine neue Firmware flashen, sondern lediglich den 32-Bit-TEA-Schlüssel auslesen und eine eigene PKI-Infrastruktur aufsetzen. Alternativ ist zwar auch das Flashen einer komplett maßgeschneiderten Firmware auf den ESP32-C3 möglich, da der Hersteller die klassischen UART/JTAG-Schnittstellen gesperrt hat, erweist sich die lokale Umleitung des originalen Datenstroms jedoch als der deutlich unkompliziertere Weg für dein Smart Home.
Bequemlichkeit schlägt Sorgfalt: mein Problem mit „Update all“ (Meinung)
Der neue „Update all“-Button klingt nach einer netten UX-Verbesserung, löst das eine Problem aber auf Kosten eines anderen: Bisher war das Abarbeiten der Update-Liste nervig – aber genau diese Nervigkeit war ein Kontrollpunkt, an dem man kurz hinschaute, was sich ändert. Mit einem Klick pro Karte, ohne Checkbox-Auswahl und ohne Bestätigungsdialog, fällt dieser Moment komplett weg. Und Release 2026.7 ist dafür fast ein Lehrbeispiel: umbenannte Trigger-Keys, geänderte Zone-Logik, entfernte battery_level-Attribute bei diversen Trackern, Änderungen am Device-Tracker-Zustand von Tesla Fleet und Teslemetry. Wer klickt, ohne vorher die Notes gelesen zu haben, merkt davon erstmal nichts – bis eine Automation nicht mehr feuert.

Die „Skipped“-Kategorie ist ein Sicherheitsnetz, aber nur für Leute, die aktiv wissen, welche Integration typischerweise Breaking Changes mitbringt – Bring-Kultur statt Hol-Kultur. Sinnvoller wäre gewesen, den Button mit einem Hinweis auf offene Breaking Changes pro Karte zu verknüpfen, bevor man committed – dann gäbe es Komfort UND Sicherheitsnetz, statt Komfort gegen Sorgfalt einzutauschen.
Home Assistant beendet Support für ältere Apple-Betriebssysteme
Ab der Version 2026.8.0 stellt die Home Assistant Companion App die Unterstützung für iOS 15, watchOS 8 und macOS 11 ein, sodass die Mindestvoraussetzungen auf iOS 16.4, watchOS 9 und macOS 12 steigen. Da Apple ab September die entsprechenden Entwickler-Tools nicht mehr anbietet und weniger als ein Prozent der Nutzerschaft die älteren Versionen verwendet, ermöglicht dieser Schritt den Entwicklern, Altlasten im Code abzubauen und künftige Leistungs-, Stabilitäts- und Designverbesserungen wie modernere Widgets und Apple-Watch-Komplikationen umzusetzen. Betrifft dich diese Änderung, bleibt deine Installation der App-Version 2026.7.1 zwar weiterhin funktionsfähig und im App Store verfügbar, erhält jedoch keine neuen Updates mehr. Du kannst deine Smart-Home-Steuerung auf betroffenen älteren Geräten aber auch in Zukunft uneingeschränkt über die normale Weboberfläche im Browser nutzen, welche weiterhin voll unterstützt und monatlich aktualisiert wird.

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