SONOFF SNZB-02UL im Check: Zigbee-Thermometer mit E-Ink-Display

Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren für Zigbee gibt es wie Sand am Meer. Mit dem SNZB-02UL aus der neuen AirGuard-Serie will sich SONOFF trotzdem abheben: ein großes E-Ink-Display, normale AAA-Batterien und die clevere Option, Werte aus anderen Räumen direkt auf dem Gerät anzuzeigen. Ich schaue mir an, was die Herstellerangaben wirklich hergeben und wo du genauer hinsehen solltest.

Was ist der SNZB-02UL?

Der SNZB-02UL ist ein batteriebetriebener Zigbee-Sensor für Temperatur und Luftfeuchtigkeit, der mit einem 2,9 Zoll großen E-Ink-Display ausgestattet ist. Im SONOFF-Shop kostet er 24,90 Euro (10% Rabatt mit meinem Code möglich ;)). Neben den reinen Messwerten zeigt dir das Display auch Uhrzeit, Datum, Wetter und einen Komfortindikator an. Auf Knopfdruck siehst du zudem den Verlauf der letzten sechs Stunden – ganz bequem und ohne App.

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Wichtig zu wissen: Ohne Gateway zeigt das Gerät lediglich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und diesen 6-Stunden-Verlauf. Funktionen wie Uhrzeit, Datum, Wetter und die Fernanzeige anderer Sensoren klappen nur mit einem kompatiblen Zigbee-Gateway oder Home Assistant.

Technische Daten im Überblick

MerkmalAngabe
Display2,9″ E-Ink
FunkZigbee (IEEE 802.15.4)
ChipTelink TLSR8258
Stromversorgung2× AAA (LR03), 3,0 V
Temperaturgenauigkeit±0,2 °C
Feuchtigkeitsgenauigkeit±2 % rF
Betriebstemperatur0 bis 50 °C
Betriebsfeuchte5 bis 95 % rF, nicht kondensierend
Abmessungen99,1 × 51,1 × 18,6 mm
Gewicht91 g inkl. Batterien
EinsatzbereichInnenraum
MontageAufstellen, Magnet, Wand, Klebepad

Das Display: der eigentliche Grund für den Kauf

E-Ink ist für ein solches Gerät eine hervorragende Wahl. Das Display ist selbst bei grellem Licht bestens ablesbar, bietet einen sehr weiten Blickwinkel und verbraucht nur beim Umschalten Strom. Dass der Bildschirm beim Aktualisieren kurz flackert und das letzte Bild selbst bei leerer Batterie stehen bleibt, ist absolut typisch für E-Ink-Technik und kein Defekt. Genau das solltest du aber im Hinterkopf behalten: Ein angezeigter Wert auf dem Display bedeutet nicht automatisch, dass das Gerät noch aktiv läuft.

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SONOFF nennt Wintergärten und Balkone als mögliche Einsatzorte. Das beißt sich allerdings mit den eigenen Spezifikationen: Das Gerät ist klar für den Innenbereich ausgelegt und nur für Temperaturen von 0 bis 50 °C freigegeben. Außerhalb dieses Bereichs kann es laut FAQ zu unschönen Geisterbildern kommen. Im Winter auf dem Balkon ist der Sensor also schlichtweg falsch platziert, im beheizten Wintergarten ist er hingegen bestens aufgehoben.

Messgenauigkeit: gute Basis, aber Platzierung zählt

Im Inneren werkelt ein Sensor von Sensirion – einem etablierten Hersteller. Die versprochenen ±0,2 °C und ±2 % rF sind sehr solide Werte. Bei Sensirion gelten solche Angaben typischerweise aber für einen mittleren Messbereich und nicht für die komplette Spanne. In der Praxis entscheidet ohnehin primär der Standort: Eine sonnige Fensterbank, die Nähe zum Heizkörper oder Zugluft verfälschen jeden Sensor deutlich stärker als die Toleranz des eigentlichen Chips.

Die Herstellerangabe, dass Daten alle 5 Sekunden aktualisiert werden, solltest du zudem nicht wörtlich nehmen. Gemeint ist hier sehr wahrscheinlich nur die interne Messung. Wie oft der Sensor die Werte dann tatsächlich per Zigbee an dein System funkt, ist eine ganz andere Frage und hängt stark von deinen Reporting-Einstellungen ab. Alle 5 Sekunden zu senden, würde jedenfalls überhaupt nicht zu den Batterielaufzeiten passen.

Batterielaufzeit: ehrlich, aber nicht berauschend

SONOFF verspricht eine Laufzeit von über 8 Monaten mit Gateway und über 15 Monaten im reinen Standalone-Betrieb. Das sind klassische Laborwerte. Positiv hervorzuheben ist, dass der Hersteller diesen Unterschied ganz offen erklärt: Im Gateway-Betrieb muss das Gerät regelmäßig Uhrzeit, Wetter sowie Fernwerte synchronisieren und das Display entsprechend häufiger neu zeichnen.

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Für einen Zigbee-Temperatursensor sind 8 Monate am Ende trotzdem eher mau. Der große Vorteil bleibt jedoch: Normale AAA-Batterien bekommst du wirklich überall, und mit passenden AAA-Akkus bleibst du wunderbar flexibel. Stell dich aber darauf ein, dass du etwa zweimal im Jahr wechseln musst. Da der SNZB-02UL auf Batterien setzt, agiert er in deinem Zigbee-Netzwerk natürlich nicht als Router und verstärkt somit auch dein Signal nicht.

Fernanzeige und Heizungssteuerung

Richtig spannend ist die Funktion, sich die Werte eines komplett anderen Sensors auf dem Display anzeigen zu lassen. So kannst du bequem im Wohnzimmer checken, wie die Temperaturen im Kinderzimmer oder im Keller aussehen. Unterstützt werden hierfür diverse SONOFF-Sensoren aus der SNZB-02-Reihe – Voraussetzung ist lediglich dasselbe SONOFF-Gateway oder eben Home Assistant.

Der Sensor lässt sich außerdem als externer Temperaturfühler für SONOFFs Heizkörperthermostate nutzen. Dieser Ansatz ist genau richtig, denn direkt am Heizkörper misst jedes Thermostat zwangsläufig immer etwas zu hoch. Laut Hersteller klappt das direkte Koppeln allerdings nur, wenn beide Geräte an demselben SONOFF-Gateway hängen. Wenn du Home Assistant nutzt, baust du dir solche Verknüpfungen über eigene Automationen aber ohnehin viel flexibler.

Home Assistant: läuft, aber noch nicht rund

SONOFF bewirbt offensiv eine nahtlose Integration in Home Assistant. Die eigene Kompatibilitätsübersicht des Herstellers ist da zum Glück etwas ehrlicher:

  • Zigbee2MQTT: Der Sensor wird direkt unterstützt. Für die Fernanzeige und die Wetterdaten benötigst du aktuell aber noch ein zusätzliches Skript.
  • ZHA: Die volle Unterstützung ist bereits eingereicht, aber noch nicht final übernommen. Einige Funktionen fehlen hier also vorerst noch.

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Die Basiswerte wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit bekommst du natürlich in beiden Fällen sofort in dein System. Wer das Display aber wirklich als kleine smarte Infozentrale nutzen möchte, sollte noch ein wenig Bastelzeit einplanen. Taupunkt und VPD (Vapor Pressure Deficit), die SONOFF gerne als Extra hervorhebt, werden ohnehin nur rechnerisch aus Temperatur und Feuchte ermittelt. Das kann Home Assistant problemlos auch ganz von alleine übernehmen.

Cloud, Sprachassistenten und Apple Home

In der herstellereigenen eWeLink-App bekommst du praktische Grenzwert-Benachrichtigungen und sechs Monate lang kostenlosen Cloud-Speicher für deine Verlaufsdaten. Sprachassistenten wie Alexa und Google Assistant funktionieren über eine klassische Cloud-zu-Cloud-Anbindung. Apple Home wird über eine Matter Bridge wie die Bridge-M oder den iHost eingebunden. All das ist durchaus praktisch, wenn du im SONOFF-Ökosystem verankert bist. Sobald du aber lokal mit Home Assistant arbeitest, spielt das alles für dich ohnehin keine Rolle.

Fazit

Der SNZB-02UL ist ein hervorragend ablesbarer Raumsensor mit einem fairen Preis und durchdachten Montageoptionen. Besonders das stromsparende E-Ink-Display und die smarte Fernanzeige anderer Sensoren sind echte Pluspunkte. Abstriche musst du allerdings bei der Batterielaufzeit im vernetzten Betrieb und beim aktuellen Stand der Home-Assistant-Unterstützung machen – hier sind für den vollen Funktionsumfang derzeit noch Skripte nötig. Und für den Außeneinsatz ist er trotz der Balkon-Werbung schlichtweg nicht gedacht.

Wenn du einen Sensor suchst, dessen Werte du nicht nur auf dem Dashboard, sondern direkt im Raum bequem ablesen möchtest, ist der SNZB-02UL definitiv einen Blick wert. Geht es dir stattdessen rein um die reinen Messwerte für deine Hintergrund-Automationen, bist du mit günstigeren und sparsamere Alternativen besser bedient.

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Testprodukt "Vom Paketboten direkt in den Test"
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Das genannte Produkt wurde mir vom Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Ich weise hierauf ausdrücklich hin, da ich Wert auf größtmögliche Transparenz lege.

Das kostenlose Bereitstellen eines Produktmusters hat keine Auswirkung auf meine Berichte hierzu, was du an möglicher geäußerter Kritik auch immer erkennen kannst.