Mit der CAM Outdoor DUO (Modell CAM-C44HE) hat SONOFF eine Außenkamera vorgestellt, die gleich mehrere Funktionen in sich vereint. Sie bietet dir zwei Objektive, lässt sich schwenken sowie neigen, erkennt Personen und Fahrzeuge direkt lokal auf dem Gerät und bringt obendrein ein Zigbee-Gateway für deinen Garten mit. Das klingt nach ziemlich viel Technik für knapp 80 Euro. In diesem Beitrag schauen wir uns genau an, was hinter diesen Herstellerangaben steckt und worauf du besonders achten solltest – gerade, wenn du Home Assistant nutzt.
Wichtig vorweg: Alle Daten in diesem Beitrag stammen von der offiziellen Produktseite und aus den FAQs von SONOFF. Einen eigenen Praxistest konnte ich bislang noch nicht durchfĂĽhren.
Was genau ist die CAM Outdoor DUO?
Die Kamera kombiniert zwei verschiedene Bauformen in nur einem Gehäuse. Oben sitzt ein fest montiertes Weitwinkelobjektiv, das für dich stets den Überblick behält. Direkt darunter arbeitet ein PTZ-Objektiv – also ein Kamerakopf, den du flexibel drehen und neigen kannst und der bewegten Objekten automatisch folgt. Beide Linsen zeichnen dabei durchgehend gleichzeitig auf.
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Die Idee dahinter ist simpel: Statt dir zwei Kameras an die Hausecke zu schrauben, benötigst du nur noch ein einziges Gerät. Das bedeutet für dich auch: nur ein Stromanschluss und nur eine Netzwerkverbindung. Als typische Einsatzorte empfiehlt SONOFF beispielsweise die Hausecke mit Blick auf den Vor- und Seitengarten, die Garage samt Einfahrt und Tor sowie deinen Hauseingang inklusive Weg und Haustür.

Die technischen Daten im Ăśberblick
| Merkmal | Angabe laut SONOFF |
|---|---|
| Auflösung | 4 MP + 4 MP |
| Sichtfeld | 108° |
| Drehbereich (PTZ) | horizontal 260°, vertikal 90° |
| Videokompression | HD: H.265, SD: H.264 |
| Nachtsicht | Infrarot (850 nm) und Farbnachtsicht bei Bewegung |
| Speicher | microSD bis 512 GB, keine Cloud |
| Netzwerk | WLAN 2,4 und 5 GHz (802.11ax), Ethernet 10/100 Mbit/s |
| Funk | Zigbee 3.0 |
| Stromversorgung | 12 V / 1 A per Netzteil, kein PoE |
| Schutzklasse | IP65 |
| Betriebstemperatur | -20 °C bis 50 °C |
| Gewicht | 547 g |
| Abmessungen | 130 Ă— 179 Ă— 167 mm |
| Integration | RTSP und ONVIF |
| Preis | 79,91 € (Angebotspreis zum Zeitpunkt des Beitrags) |
Was die Angaben in der Praxis fĂĽr dich bedeuten
Zwei mal 4 Megapixel
4 MP entsprechen ungefähr 2560 × 1440 Pixeln. Das ist für eine Außenkamera in dieser Preisklasse absolut ordentlich. Die Angabe „4 MP + 4 MP“ heißt allerdings nicht, dass du am Ende ein einzelnes Bild mit 8 MP bekommst. Stattdessen erhältst du zwei getrennte Bilder mit jeweils 4 MP. Beim Sichtfeld gibt SONOFF 108° an. Aus den Daten geht jedoch nicht eindeutig hervor, ob dieser Wert für beide Linsen gilt oder nur für das feste Weitwinkelobjektiv. Wie weit das PTZ-Objektiv in einer bestimmten Position sieht, steht leider nicht im Datenblatt.

Keine toten Winkel?
SONOFF wirbt damit, dass dir die Kombination aus festem Objektiv und PTZ-Kopf keine toten Winkel lässt. Das ist allerdings eher Marketing. Der Schwenkkopf deckt zwar 260° ab, aber eben nicht alles gleichzeitig. Schaut er nach links, sieht er rechts schlichtweg nichts. Das feste Objektiv schließt diese Lücke nur in seinem eigenen Blickfeld. Hast du dadurch weniger tote Winkel als mit einer einzelnen, festen Kamera? Ja. Gar keine? Das ist wohl etwas zu viel versprochen. Richtig praktisch für dich ist dagegen eine andere Funktion: Du kannst PTZ-Positionen speichern und als Aktion in deinen Automationen nutzen. Löst zum Beispiel dein Torsensor aus, schwenkt die Kamera exakt auf diese Stelle und startet die Aufnahme.
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Nachtsicht
Dir stehen hier zwei Modi zur Verfügung. Im Infrarotmodus arbeitet die Kamera mit 850 nm, was dir ein Schwarz-Weiß-Bild bei völliger Dunkelheit liefert. Bei 850 nm siehst du meist ein schwaches rotes Glimmen an der Kamera. Das ist völlig normal, aber für dich gut zu wissen, falls sie möglichst unauffällig bleiben soll. Die „intelligente Nachtsicht“ schaltet bei Bewegung automatisch auf ein Farbbild um. Dafür braucht es natürlich Licht, weshalb die Kamera eine weiße Leuchte an Bord hat. Wie hell diese ist und wie weit sie strahlt, verrät SONOFF leider nicht.

Lokale KI-Erkennung
Laut SONOFF erkennt die Kamera Personen, Fahrzeuge, Haustiere und allgemeine Bewegungen direkt lokal auf dem Gerät. Deine Bilder müssen dafür also nicht extra in eine Cloud hochgeladen werden. Wie zuverlässig das im Alltag bei Regen, Schatten oder einer Katze im Dunkeln funktioniert, lässt sich aber nur in einem echten Test klären. Die Formulierung „zuverlässig“ auf der Produktseite ist erst einmal nur ein Marketingversprechen. Dazu kommen drei Sicherheitsmodi (Zu Hause, Abwesend, Schlafen). Je nach Modus kann die Kamera für dich einen Ton abspielen, rot-blau blinken, das weiße Licht einschalten oder dir direkt eine Push-Nachricht aufs Smartphone schicken.
Speicher ohne Abo
Hier punktet die Kamera ganz klar. Deine Aufnahmen landen direkt auf einer microSD-Karte mit bis zu 512 GB. Einen Cloud-Speicher bietet SONOFF für dieses Modell gar nicht erst an – es gibt also auch kein teures Abo. Die Karte liegt allerdings nicht bei; SONOFF empfiehlt dir eine Größe von mindestens 16 GB. Ohne Karte bekommst du zwar weiterhin Ereignisse in deiner App angezeigt, siehst aber weder Bilder noch Clips dazu. Eine Speicherkarte ist für dich also quasi Pflicht.
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WLAN, Ethernet und Strom
Die Kamera unterstützt WLAN im 2,4- und 5-GHz-Band nach dem aktuellen Wi-Fi-6-Standard. Alternativ bietet sie dir einen Netzwerkanschluss mit 100 Mbit/s. Gerade für den Außenbereich ist ein klassisches Kabel meist die deutlich stabilere Wahl. Einen Haken gibt es für dich allerdings bei der Stromversorgung: PoE (Power over Ethernet) wird leider nicht unterstützt. Du brauchst also neben dem Netzwerkkabel zwingend eine Steckdose oder eine Stromleitung in der Nähe. Zudem ist das mitgelieferte Netzteil nicht wasserdicht – es muss zwingend drinnen oder in einem geschützten Gehäuse untergebracht werden. Die Kamera selbst ist nach IP65 gegen Staub und Strahlwasser geschützt, was für normalen Regen völlig ausreicht. Noch ein wichtiges Detail aus den FAQs: Der wasserdichte Ethernet-Anschluss fällt recht eng aus. SONOFF rät dir deshalb zu einem Kabel, bei dem du den RJ45-Stecker selbst aufcrimpst. Fertige Patchkabel mit dickem Knickschutz passen dort oft einfach nicht durch.

Der Zigbee-Hub: gute Idee mit großer Einschränkung
Das auf dem Papier spannendste Feature ist das eingebaute Zigbee-3.0-Gateway. Da die Kamera ohnehin draußen hängt, kann sie dort direkt deine Zigbee-Geräte anbinden – etwa ein Wasserventil für die Bewässerung, einen Bodenfeuchtesensor, einen Torsensor oder eine Sirene. Bis zu 128 Geräte sollen hierüber möglich sein. Gerade im Garten, wo dein Zigbee-Netz aus dem Haus oft nicht mehr hinkommt, ergibt das absolut Sinn. Jetzt kommt jedoch das große Aber: Das Gateway funktioniert ausschließlich im eWeLink-Ökosystem und nur mit Geräten von SONOFF. Fremde Zigbee-Geräte werden nicht unterstützt. Und SONOFF sagt in den FAQs ganz offen: Dieses Zigbee-Gateway lässt sich nicht in Home Assistant einbinden. Wenn du also Home Assistant mit einem eigenen Zigbee-Netz nutzt, bringt dir dieses Feature leider überhaupt nichts. Für dich bleibt die DUO in diesem Fall eine reine Kamera. Bist du dagegen komplett in der eWeLink-Welt unterwegs, bekommst du hier einen praktischen Außen-Hub, der lokale Szenen sogar ganz ohne Internetverbindung für dich ausführt.
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Kamera und Home Assistant
Als reine Kamera lässt sich die DUO aber erfreulich gut in Home Assistant einbinden. SONOFF nennt dir dafür zwei Wege:
- RTSP über die Integration „Generische Kamera“: Hier bekommst du das Live-Bild als HD- oder SD-Stream.
- ONVIF ĂĽber die ONVIF-Integration: Das bringt dir das Live-Bild (leider nur als SD-Stream), die PTZ-Steuerung, Audio ein und aus sowie die wichtigen Ereignisse fĂĽr Bewegung, Personen, Fahrzeuge und Haustiere.
Gerade diese Ereignisse über ONVIF sind für dich extrem interessant. Damit kannst du die lokale Erkennung der Kamera direkt als Auslöser in deinen eigenen Automationen nutzen. Schade ist allerdings, dass ONVIF hier nur den SD-Stream liefert. Wenn du HD-Auflösung willst, musst du zusätzlich RTSP einrichten. Über RTSP und ONVIF ist für dich auch eine Anbindung an lokale Videosysteme wie Frigate denkbar, auch wenn SONOFF das so konkret nicht bestätigt. Was die Produktseite leider komplett offen lässt: Ob du für die Ersteinrichtung zwingend ein eWeLink-Konto brauchst und ob die Kamera danach komplett ohne Internetanbindung in deinem Netz laufen kann. Für eine Kamera, die im besten Fall rein lokal arbeiten soll, ist das eine sehr wichtige Frage, die du vor dem Kauf für dich klären solltest.
FĂĽr wen lohnt sich die CAM Outdoor DUO?
Interessant ist die Kamera für dich vor allem, wenn du mit nur einem Gerät gleich zwei Bereiche abdecken willst, auf Cloud-Speicher und teure Abos verzichten möchtest und die Kamera per RTSP oder ONVIF in deinen Home Assistant integrieren willst. Für knapp 80 Euro bekommst du hier auf dem Papier wirklich viel Ausstattung. Weniger interessant ist sie für dich, wenn du gehofft hast, den integrierten Zigbee-Hub mit Home Assistant nutzen zu können – das geht schlichtweg nicht. Auch wenn du konsequent auf PoE setzt, musst du hier leider umplanen, da die Kamera eine separate Stromversorgung benötigt. Ob Bildqualität, smarte Erkennung und Nachtsicht am Ende wirklich halten, was die Produktseite vollmundig verspricht, wird für dich erst ein echter Test im Alltag zeigen.
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Das genannte Produkt wurde mir vom Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Ich weise hierauf ausdrücklich hin, da ich Wert auf größtmögliche Transparenz lege.
Das kostenlose Bereitstellen eines Produktmusters hat keine Auswirkung auf meine Berichte hierzu, was du an möglicher geäußerter Kritik auch immer erkennen kannst.



