Heute stelle ich zwei bei uns neue Sensoren vor, die bei uns im Smart Home eine seit Jahren offene Baustelle schließen. Denn ehrlich gesagt war es bislang immer ein kleiner Wermutstropfen, wenn ich eure Energie-Dashboards gesehen habe – bei mir fehlten einfach noch ein paar wichtige Verbräuche in Home Assistant.
Das muss natürlich kein Muss sein. Man kann sich auch gut damit fühlen, wenn Home Assistant keine Ahnung vom Strom-, Wasser- oder Gasverbrauch hat. Ich bin aber der Meinung: Man kann nur optimieren, was man auch misst. Und wenn unser Smart Home irgendwann dazu beiträgt, dass wir weniger Energie oder Wasser verbrauchen, wäre das eine feine Sache.
Inhaltsverzeichnis
Uns hier gibt es das Ganze natürlich auch im Bewegtbild von mir:
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Unser Gaszähler – ein besonderes Schätzchen
Wir haben hier eine Gasheizung, und eine ganze Zeit lang konnte ich den Verbrauch über eine inoffizielle HACS-Erweiterung lokal auslesen. Seit einiger Zeit klappte das aber nicht mehr. Also machte ich mich auf die Suche nach einem passenden Lesegerät – und stellte fest, dass bei uns ein eher exotischer Zähler verbaut ist: ein Pipersberg G4 RF1, der sich von gängigen Gaszählern so weit unterscheidet, dass die üblichen Sensoren schlicht nicht funktionieren.

Ich habe es dann noch mit Reed-Kontakten versucht, aber dank meiner zwei linken Hände und fehlender Geduld kam da auch nichts Verwertbares raus.
Energieleser – bislang unbekannt, aber sofort überzeugend
Vor ein paar Wochen wurde ich auf energieleser aufmerksam. Das Unternehmen bietet Sensoren zum Auslesen von Strom, Gas, Wasser und Wärme an – und ist vielen von euch vermutlich schon länger ein Begriff als mir. Für meinen speziellen Gaszähler gab es damals allerdings noch nichts Passendes.
Also habe ich die Jungs und Mädels von energieleser einfach angeschrieben: „Ihr macht coole Dinge, aber warum nichts für meinen Gaszähler?“ Die Antwort war sinngemäß: Warte mal, da haben wir vielleicht was.

So wurde ich zum Testkaninchen. Ich bestellte einen gasleser, bekam einen passenden Adapter für meinen Zählertyp dazu, energieleser passte im Hintergrund die Software an – und wenige Tage später lagen die Verbrauchswerte meines Gaszählers als Sensorwerte in Home Assistant. Was ich seit 2019 nicht hinbekommen hatte, hat energieleser in wenigen Tagen gelöst.
Wie der gasleser funktioniert
Der gasleser macht einen analogen Balgengaszähler smart, ohne dass der Zähler selbst verändert oder ausgetauscht werden muss. Er wird mithilfe eines mitgelieferten Adapters direkt an der Impulsstelle des Zählers befestigt und erkennt dort die magnetischen Umdrehungen der Impulsscheibe – dieses kleine Metallblättchen auf den Drehrädern. Jede Umdrehung entspricht einer definierten Verbrauchsmenge in Kubikmetern.
Die Stromversorgung läuft dauerhaft über USB-C mit dem mitgelieferten Netzteil. WLAN-Empfang am Zählerstandort ist Voraussetzung. Nach der Einrichtung über die stromleser-App überträgt der gasleser die Messdaten in Echtzeit und stellt sie als Verbrauchsdiagramme mit Tageswerten und Verlaufshistorie dar.

Wer möchte, kann den gasleser auch direkt in Home Assistant einbinden. Ich habe das über MQTT gemacht – rein lokal, unkompliziert. Und dann können die Messwerte beispielsweise auch für das Energiedashboard genutzt werden. Keine Zauberei mehr nötig, einfach zum Energiedashboard hinzufügen und es funktioniert sofort!
Kompatibel ist das Gerät mit gängigen BK-Gaszählern sowie Modellen von Apator, Pietro Fiorentini und jetzt eben auch dem Pipersberg RF1c. Der passende Adapter wird je nach Bestellvariante mitgeliefert. Alle Infos findest du im Shop von energieleser: stromleser.de² (10% Rabatt mit dem Code smarterkram).

Auch der Nebenwasserzähler ist jetzt erfasst
Neben dem Gas haben wir hier noch einen Nebenzähler für die Gartenbewässerung. Da ich ohnehin neugierig war, ob die Werte meiner IrriSense 2 stimmen, und weil ich generell wissen wollte, was wann über diesen Zähler läuft, habe ich zusammen mit dem gasleser gleich noch einen wasserleser mitbestellt.

Der wasserleser funktioniert nach demselben Prinzip: Er sitzt direkt auf dem Wasserzähler und erkennt über einen integrierten Chip die Umdrehungen der metallischen Impulsscheibe. Die Befestigung erfolgt je nach Zählertyp entweder magnetisch über eine aufgeklebte Metallplatte oder per Adapter. Voraussetzung für die Kompatibilität ist eine sichtbare Metallscheibe über dem roten Drehelement des Zählers – fehlt diese, kann der Sensor keine Impulse erfassen.
Auch der wasserleser läuft dauerhaft über USB-C, braucht also eine Steckdose in der Nähe. Eine Status-LED zeigt den Verbindungsstatus an und blinkt bei jedem erkannten Impuls, was die Inbetriebnahme deutlich erleichtert. Die Home-Assistant-Einbindung per MQTT war auch hier schnell erledigt.
Rabattcode für deinen energieleser-Sensor
Falls ihr euch für einen der Sensoren interessiert: Im Shop von energieleser unter stromleser.de² gibt es mit dem Code smarterkram 10 % Rabatt auf die Bestellung. Das ist ein Affiliate-Link, also profitieren wir beide: ihr spart 10 %, ich erhalte eine kleine Provision.
Was noch fehlt – und was als nächstes kommt
Damit wäre fast alles erfasst. Was noch fehlt, ist unser Hauptwasserzähler. Und genau hier wird es wieder spannend: Wir haben von unserem Wasserwerk einen digitalen Wasserzähler bekommen, der theoretisch per Funk seine Messwerte teilt – aber nur, wenn man den dazugehörigen Key hat.
Matthias hat zu diesem Thema vor ein paar Wochen ein sehr gutes Video mit Erklärung der Technik dahinter gemacht. Wir scheinen sogar den gleichen Zähler zu haben.
Hier findest du bei Interesse sein Video:
Passend dazu läuft gerade bei Kickstarter eine Kampagne von energieleser – entstanden in Zusammenarbeit mit Simon, der die Idee geliefert hat, während energieleser als Hersteller fungiert. Das System besteht aus einer Bridge, die dort steht, wo WLAN vorhanden ist, und einer Node, die direkt am Zähler sitzt – ganz ohne WLAN oder Steckdose vor Ort. Die Verbindung zwischen beiden läuft über Wireless M-Bus, ein Funkprotokoll, das zuverlässig durch dicke Wände und mehrere Stockwerke überträgt.

Moderne Funkzähler wie unser Wasserzähler können direkt von der Bridge empfangen werden. Klassische Zähler bekommen über die Node und einen passenden Lesekopf nachträglich Funkfähigkeit dazugebaut – im Prinzip wie die bisherigen Leser von energieleser, nur ohne WLAN-Anforderung und Dauerstrom am Zähler. Wer das Konzept kennt: Es ist im Grunde der IOmeter-Ansatz weitergedacht, nur eben nicht auf den Stromzähler beschränkt.
Da energieleser mit dem wasserleser bereits eine Kickstarter-Kampagne vollständig umgesetzt hat, geht man hier vermutlich kein großes Risiko ein. Ich habe die Kampagne selbst unterstützt – und hoffe, dass die Bridge bald geliefert wird und meine Stadt mir dann auch den AES-128-Schlüssel für unseren Wasserzähler aushändigt. Auf der städtischen Website habe ich schon erste Hinweise dazu gefunden; ich bin gespannt, wie die Reaktion auf eine konkrete Schlüsselanfrage ausfällt. Matthias hat mit seiner Stadt da ja schon interessante Erfahrungen gemacht.
Ohne den Key bringt mich die Bridge dem Ziel leider nicht näher – also drückt mir die Daumen.
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