HACS soll fester Bestandteil von Home Assistant werden. Am 28. September 2026 hat frenck einen Pull Request veröffentlicht, der HACS unter dem Namen Marketplace (wobei der Name noch nicht final ist!) direkt in Home Assistant Core holt.
Wichtig vorweg: Der PR ist als Entwurf markiert und steckt mitten im Review. Alles, was du hier liest, beschreibt den aktuellen Stand und kann sich bis zu einem Release noch ändern. Ein festes Erscheinungstermin gibt es bisher nicht.
Was ist der Home Assistant Marketplace?
Der Marketplace ist im Kern exakt das HACS, das du bereits kennst. Custom Integrationen, Dashboard-Karten, Themes und Templates findest und installierst du dort wie bisher. Der große Unterschied: Er kommt nicht mehr als „Custom Integration“ daher, sondern ist als System-Integration fest in Home Assistant eingebaut.
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Das hat zwei praktische Folgen:
- Du musst ihn nicht mehr manuell installieren oder einrichten – er ist automatisch aktiv.
- Er wird mit jedem Home Assistant-Update automatisch mitaktualisiert, statt sich wie bisher selbst zu verwalten.
Du erreichst den Marketplace künftig über die Einstellungen; in der Seitenleiste taucht er nach aktuellem Stand nicht mehr auf. Das ist laut Pull Request (PR) eine bewusste Entscheidung: Ziel ist es zunächst, HACS möglichst unverändert und mit wenig Aufwand in den Core zu bringen. Größere Weiterentwicklungen sollen erst später folgen.
Risiko-Hinweis beim ersten Start
Bevor du etwas herunterladen kannst, zeigt dir der Marketplace einen Hinweis zu den Risiken von Community-Inhalten an. Erst wenn du diesen bestätigst, werden Downloads und Updates freigegeben.
Dieser Hinweis gilt pro Benutzer und erscheint alle 90 Tage erneut. Das ist absolut nachvollziehbar: Alles, was du über den Marketplace installierst, stammt von der Community und nicht vom offiziellen Home Assistant-Team. Code aus fremden Repositories läuft weiterhin mit vollen Rechten in deiner Installation – daran ändert auch die Integration in den Core nichts.
Kein GitHub-Konto mehr nötig
Bei HACS war ein GitHub-Konto bisher Pflicht – und das schon bei der Ersteinrichtung. Für viele Einsteiger war das eine echte Hürde. Mit dem Marketplace fällt dieser Zwang weg: Du kannst den Katalog durchstöbern sowie Erweiterungen installieren und aktualisieren, ganz ohne dich bei GitHub anmelden zu müssen.
Eine GitHub-Verbindung brauchst du nur noch dann, wenn du eigene Custom-Repositories hinzufügen willst (also Erweiterungen, die nicht im Standard-Katalog stehen). Diese Verbindung läuft bequem über den Device Flow direkt aus dem Marketplace heraus: Du bekommst einen Code angezeigt und bestätigst diesen einfach auf github.com.
Updates erscheinen neben den Home Assistant Updates
Jede Erweiterung, die du über den Marketplace installierst, bekommt eine eigene Update-Entität. Verfügbare Updates tauchen dadurch exakt an derselben Stelle auf wie reguläre Updates für Home Assistant, Add-ons oder Firmware.
Für dich heißt das: Du musst nicht mehr gesondert in HACS nachsehen. Und weil es sich um ganz normale Entitäten handelt, kannst du sie auch in Automationen oder Dashboards verwenden – etwa, um dir eine Benachrichtigung schicken zu lassen, sobald ein Update für eine bestimmte Karte bereitsteht.
Was passiert mit deiner bestehenden HACS-Installation?
Wenn du HACS schon nutzt, musst du nach aktuellem Stand nichts weiter tun. Beim ersten Start mit dem Marketplace wird HACS völlig automatisch übernommen:
- Der bestehende HACS-Eintrag wird nahtlos in einen Marketplace-Eintrag umgewandelt.
- Deine installierten Erweiterungen, Entitäten, Geräte, Dashboard-Ressourcen und Custom-Repositories bleiben vollständig erhalten.
- Die alte HACS-Integration selbst sowie ihre Dateien werden entfernt. Home Assistant blockiert sie künftig und verweist stattdessen auf den Marketplace.
- Die Pfade
/hacsund/hacsfilesfunktionieren jedoch weiter. Dashboard-Karten, die über/hacsfiles/...eingebunden sind, laden also wie gewohnt.
Ein Detail aus dem PR ist besonders beruhigend: Die alten HACS-Daten im .storage-Ordner werden nur kopiert, nicht gelöscht. Laut Commit-Beschreibung dienen sie bewusst als „Weg zurück“, falls du aus irgendwelchen Gründen doch wieder zum klassischen HACS wechseln möchtest. Trotzdem gilt wie bei jedem größeren Update: Mach vorher unbedingt ein Backup.
Was wegfällt: AppDaemon-Apps und Python Scripts
HACS konnte bisher auch AppDaemon-Apps und Python Scripts verwalten. Der Marketplace übernimmt diese Funktion nicht mehr. Unterstützt werden künftig nur noch Integrationen, Dashboard-Karten, Themes und Templates.
Falls du AppDaemon-Apps oder Python Scripts über HACS installiert hast, zeigt dir Home Assistant nach der Umstellung eine Reparatur-Meldung an. Dort siehst du genau, welche Erweiterungen betroffen sind. Aus dem PR geht nicht hervor, dass diese gelöscht werden; sie werden lediglich nicht mehr über den Marketplace aktualisiert. Updates für diese Skripte musst du dann selbst im Blick behalten – zum Beispiel direkt über das jeweilige GitHub-Repository.
Mehr Schutz beim Installieren
Mit dem Umzug in den Core werden einige zusätzliche Sicherheitsmechanismen eingeführt:
- Downloads, das Entpacken und das Entfernen von Dateien sind streng auf die jeweils vorgesehenen Ordner beschränkt. Eine Erweiterung kann also nicht mehr einfach Dateien an beliebigen Stellen deiner Installation ablegen.
- Die Daten aus dem Katalog werden geprüft, bevor sie vom System verarbeitet werden.
- Will eine Custom Integration eine eingebaute Home Assistant-Integration ersetzen, musst du dies ausdrücklich bestätigen. Bisher passierte das stillschweigend, was bei Problemen oft schwer nachzuvollziehen war.
Das macht Community-Code natürlich nicht automatisch vollkommen sicher. Es senkt aber das Risiko erheblich, dass ein fehlerhaftes Paket mehr kaputtmacht als nötig.
Wie final ist das Ganze?
Noch gar nicht. Der PR ist ein Entwurf, und die automatischen Prüfungen haben bereits erste Änderungen angefordert. Der Home Assistant Bot verlangt zum Beispiel, dass neue Integrationen zunächst nur eine Plattform mitbringen dürfen. Das automatische Code-Review hat zudem mehrere Punkte markiert, unter anderem zu den parallelen Downloads und zur Bestätigungsabfrage beim Ersetzen eingebauter Integrationen.
Parallel dazu laufen bereits eigene Entwürfe für das Frontend, die Dokumentation und das Icon. Details wie der endgültige Name, die Platzierung in den Einstellungen oder der genaue Umfang der Migration können sich also durchaus noch ändern. Die Diskussion auf GitHub ist inzwischen auf die Mitwirkenden beschränkt; Kommentare von außen zum Vorhaben selbst sind dort aktuell nicht erwünscht.
Fazit
Im Alltag wird sich der Marketplace für dich wie das gewohnte HACS anfühlen – nur eben ohne GitHub-Zwang und mit Updates an der zentralen, gewohnten Stelle. Das senkt die Einstiegshürde spürbar und macht HACS nun ganz offiziell zu dem, was es in der Praxis längst war: ein fester Bestandteil von fast jeder Home Assistant-Installation.
Wenn du AppDaemon-Apps oder Python Scripts über HACS pflegst, solltest du die Entwicklung im Auge behalten. Und bis das Ganze tatsächlich in einem Release landet, kann sich noch einiges bewegen. Ich halte dich auf dem Laufenden!
Was hältst du davon? Bist du von den wegfallenden Kategorien betroffen? Lass uns im Forum darüber sprechen.
Quellen:
Pull Request #183502: Add Marketplace integration
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