Mähroboter, smarte Bewässerung, eine eigene Wetterstation und Kameras – theoretisch lässt sich draußen im Garten heutzutage fast alles bis ins kleinste Detail automatisieren. Bei mir läuft in der Praxis tatsächlich auch so einiges davon. Aber Spoiler: Längst nicht alles ist in Home Assistant eingebunden, und schon gar nicht alles läuft streng lokal. In diesem Beitrag zeige ich euch, welche Technik bei mir konkret im Beet und auf dem Rasen im Einsatz ist, warum ich mich für genau diese Geräte entschieden habe – und an welchen Stellen Cloud und lokaler Betrieb bei mir völlig friedlich koexistieren, ohne dass ich daraus gleich ein starres Dogma mache.
Der Mähroboter: Alt, aber absolut zuverlässig
Mein Mähroboter dreht nun schon eine ganze Weile seine Runden und wird dabei ganz profan weiterhin über die offizielle App des Herstellers gesteuert – eine tiefe Home-Assistant-Integration sucht ihr bei mir hier vergeblich. Nachträglich habe ich ihm zwar noch das Modul zur Hinderniserkennung gegönnt, aber das war es dann auch schon an Upgrades. Natürlich gibt es inzwischen unzählige neuere Modelle auf dem Markt, die mit schicker Kamera-Erkennung und diversen Komfortfunktionen locken, aber ich habe bewusst nicht gewechselt.
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Der Grund dafür ist denkbar simpel: Nahezu jeder Mähroboter auf dem aktuellen Markt setzt ohnehin zwingend die Hersteller-Cloud voraus. Ganz ohne Internetverbindung mäht da kaum ein Gerät seinen Rasen. Wenn ich an dieser Stelle also sowieso nicht um die Cloud herumkomme, sehe ich absolut keinen Grund, ein tadellos funktionierendes, älteres Gerät gegen ein nagelneues auszutauschen, das unterm Strich denselben Cloud-Zwang mitbringt.
Bewässerung: Zwei Lösungen, zwei völlig verschiedene Philosophien
Beim Thema Bewässerung bin ich definitiv nicht auf Anhieb bei meinem jetzigen Setup gelandet. Zuvor habe ich eine ganze Weile mit dem System von Gardena experimentiert – allerdings ohne wirklich befriedigendes Ergebnis. Ob das letztlich an der Technik selbst oder an meinen Anforderungen lag, kann ich gar nicht mit letzter Sicherheit sagen. Irgendwann stand jedenfalls fest: Es muss eine andere Lösung her.
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Für meine Beete und die Töpfe nutze ich inzwischen den Aiper Irrisense 2, den ich auch brav in Home Assistant eingebunden habe. Der Hauptgrund für diese Integration war aber gar nicht in erster Linie mein Spieltrieb, sondern schlichtweg die Praxis: Auf diese Weise kann jeder bei uns im Haushalt die Bewässerung bequem über unser gemeinsames Dashboard steuern, ohne sich extra noch eine weitere Hersteller-App aufs Handy laden zu müssen. Der Irrisense 2 funkt dabei über die Cloud des Herstellers – und auch das ist für mich an dieser Stelle eine ganz bewusste Kompromissentscheidung.

Für die Hecke und die restlichen Pflanzen im Garten setze ich hingegen auf einen Bewässerungsschlauch von Regenmeister, und der arbeitet wiederum vollständig lokal. Das einzig wirklich „Smarte“ an diesem Setup ist ein einfaches Zigbee-Ventil direkt am Gardena-Anschluss, über das ich den Wasserfluss aus Home Assistant heraus starten und stoppen kann. Mehr Intelligenz braucht es hier schlichtweg nicht – der Schlauch erledigt seinen Job zuverlässig, und das Ventil erspart mir lediglich den manuellen Gang zum Wasserhahn.

Wetterdaten und Regenerkennung
Um an verlässliche lokale Wetterdaten zu kommen, verlasse ich mich auf eine Ecowitt-Wetterstation, die fest in Home Assistant verankert ist. Wie genau ich das Ganze aufgebaut habe und was ich mit den Daten in HA konkret anstelle, habe ich euch bereits in einem ausführlichen, separaten Beitrag zu lokalen Wetterdaten in Home Assistant aufgeschrieben – daher belasse ich es hier bei diesem kurzen Verweis.
Warum aber überhaupt eine eigene Hardware-Station statt eines einfachen Online-Wetterdienstes? Ganz einfach: Online-Dienste greifen immer nur auf die Daten der nächstgelegenen öffentlichen Wetterstation zurück, aber eben nicht exakt auf das Mikroklima in meinem eigenen Garten. Gerade wenn es um exakte Regenmengen geht, liegen diese Dienste gerne mal ein gutes Stück daneben.
Als kleine Ergänzung habe ich mir noch einen eigenen DIY-Regensensor gebastelt und natürlich ebenfalls in Home Assistant integriert. Braucht man zwingend zwei voneinander unabhängige Regen-Datenquellen? Sicherlich nicht. Aber es gibt mir ein schönes Stück Redundanz und war nebenbei bemerkt einfach ein tolles kleines Bastelprojekt.
Überwachung: Hier ist „lokal“ für mich absolut nicht verhandelbar
Wenn es um Kameras geht, ist bei mir Schluss mit Kompromissen in Richtung Cloud. Die Hauptarbeit übernimmt hier mein UniFi-System. Die Kameras sind klassisch per PoE (Power over Ethernet) verkabelt und hängen damit komplett ohne WLAN-Abhängigkeit stabil in meinem eigenen Netzwerk. Flankiert wird dieses Setup von zwei PTZ-Kameras von Reolink³, die zwar über WLAN funken, aber softwareseitig ebenfalls strikt und vollständig lokal laufen.

Warum hier der harte Schnitt im Vergleich zu meiner recht entspannten Haltung beim Mähroboter oder der Bewässerung? Ganz klar: Bildmaterial vom eigenen Grundstück – auf dem potenziell eben auch meine Familie oder die Nachbarn zu sehen sind – möchte ich grundsätzlich nicht auf irgendeinem fremden Hersteller-Server wissen. Bei einem simplen Rasenmäher oder Wasserventil ist mir das Cloud-Thema am Ende des Tages einfach deutlich egaler als bei hochauflösenden Videostreams meines Zuhauses.
Fazit: Nicht alles, was smart machbar ist, muss auch smart sein
Rein technisch gesehen ließe sich im Garten mittlerweile fast alles automatisieren – von der exakten Bodenfeuchtemessung bis hin zur ausgefeilten Lichtsteuerung ginge da noch weitaus mehr, als ich euch hier zeige. Die viel spannendere Frage ist für mich am Ende aber nicht, was theoretisch alles möglich wäre, sondern was im Gartenalltag tatsächlich einen echten Unterschied macht.
Bei mir persönlich ist das Ergebnis eine gesunde Mischung geworden: An einigen Stellen setze ich auf die volle Home-Assistant-Integration, an anderen reicht mir ganz bewusst die einfache App des Herstellers. Und beim Thema Cloud pflege ich lieber eine differenzierte, pragmatische Haltung, anstatt mich in Dogmen zu verrennen – mit der strikten Ausnahme meiner Kameras, da bleibt lokal für mich unumstößlich gesetzt.
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