Dein Smart Home am Apparat (und am Thermodrucker): Die neuesten Home Assistant Highlights

Mach dich bereit, deinem Smart Home ein ordentliches Upgrade zu verpassen – und ja, das schließt das Drucken von waschechten Kassenzetteln im eigenen Wohnzimmer mit ein! In diesem vollgepackten Home Assistant Update erfährst du, wie du dank der neuen Thermodrucker-Integration 1.0.0 endlich deine eigenen Etiketten ausdruckst, warum du dir dein nächstes schickes Vue-3-Wand-Dashboard einfach ganz entspannt von einer KI zusammenbasteln lassen kannst und wie du über die „Home Assistant Call“-App ab sofort direkt mit deinem Haus telefonierst, als wäre es dein bester Kumpel. Außerdem werfen wir einen Blick auf das herrlich anfängerfreundliche Release 2026.8, das furchteinflößende Begriffe wie „Experte“ verbannt und den klassischen Port :8123 in Rente schickt, während HA-Gründer Paulus Schoutsen im Podcast-Doppelpack verrät, wie die Open Home Foundation künftig über „Proxy All the Things“ jedes noch so dumme Gerät smart machen will und welche revolutionären Audio- und Lock-Standards uns in naher Zukunft erwarten.

Thermodrucker-Integration für Home Assistant erreicht Version 1.0.0

Die ESC/POS-Thermodrucker-Integration für Home Assistant hat nach sieben Monaten die Version 1.0.0 erreicht und ist ab sofort direkt im Standard-Store von HACS verfügbar, sodass du keine benutzerdefinierten Repositories mehr manuell hinzufügen musst. Mit dieser lokal ausgeführten Erweiterung kannst du Automatisierungen und Dienste nutzen, um günstige Kassen-Thermodrucker anzusteuern. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören die Unterstützung aller gängigen Verbindungsarten (Netzwerk, USB, Bluetooth und Seriell) sowie die Integration von Papiersensoren. Außerdem hast du nun vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten beim Drucken: Du kannst Texteffekte, Tabellen und individuelle Schriftarten nutzen, QR- und Barcodes generieren sowie Bilder aus URLs, lokalen Dateien oder Kamera-Entitäten direkt ausdrucken.

Maßgeschneidertes Home Assistant Dashboard mit Vue 3 und KI

Wenn du genervt davon bist, dich bei der Anpassung deines Home Assistant Dashboards für Wandtablets ständig mit YAML und Card-Mod herumzuschlagen, zeigt dir HA-Vue-Kiosk einen interessanten Ausweg über ein benutzerdefiniertes Vue 3 Panel. Der Autor hat seine Lovelace-Oberfläche komplett durch eine eigene Lösung ersetzt, die direkt im lokalen Systemordner deines Smart Homes liegt und dank eines reaktiven Stores sofortige Aktualisierungen ermöglicht. Anstatt alles mühsam selbst zu programmieren, wurden KI-Codierungsassistenten wie Claude genutzt, um das Design und die Funktionalität innerhalb kurzer Zeit umzusetzen. Das Resultat ist ein übersichtliches, speziell für die Wandmontage konzipiertes Tablet-Dashboard, das bewusst auf Informationsüberflutung verzichtet und den Fokus auf große, familienfreundliche Bedienelemente für Thermostate, Rollläden oder den Stromverbrauch legt. Wenn du einen ähnlichen Weg einschlagen möchtest, kannst du das vom Entwickler geteilte Basisgerüst auf GitHub nutzen, um dein eigenes Interface völlig unabhängig von den typischen Einschränkungen klassischer Standard-Karten aufzubauen.

Neues Projekt umgeht SIP und Telefonanbieter

Mit der App „Home Assistant Call“ kannst du deine Home Assistant Assist-Pipeline über dein Smartphone oder Android Auto als kontinuierliches, anrufähnliches Sprachgespräch nutzen. Der große Vorteil dieser Anwendung liegt darin, dass sie komplett ohne SIP, Telefonanbieter, PBX, VPN oder zusätzliche Portfreigaben auskommt, da sie sich sicher über deine bestehende, öffentliche HTTPS-Adresse von Home Assistant via WebSocket verbindet. Die App registriert sich direkt im Android-System als eigenständiger Audio-Anruf, streamt deine Spracheinspeisungen lokal an die konfigurierte Assist-Pipeline und spielt dir die generierten Sprachantworten über die Lautsprecher ab, während das Mikrofon passend pausiert. Für die Einrichtung benötigst du lediglich ein Gerät ab Android 8.0, eine vollständig konfigurierte Sprachassistenz in Home Assistant (inklusive STT und TTS) sowie ein langlebiges Zugangstoken, das verschlüsselt auf deinem Endgerät hinterlegt wird, um dein Smart Home nahtlos von unterwegs steuern zu können.

Home Assistant 2026.8: Mehr Zugänglichkeit und intuitive Bedienung

Mit dem neuen Release 2026.8 legt Home Assistant einen starken Fokus darauf, die Smart-Home-Plattform für jeden nutzbar zu machen, ohne dass tiefgreifendes technisches Vorwissen zwingend erforderlich ist. Eine der wichtigsten Neuerungen für Neuinstallationen des Home Assistant OS ist der Wegfall des Standard-Ports „:8123“ in der Webadresse, sodass du dein System nun über eine saubere, normale URL erreichst – bestehende Setups bleiben unangetastet, doch du kannst den Port bei Bedarf nun auch ganz einfach direkt über die Benutzeroberfläche ändern. Gleichzeitig wurde die Sprache in der Oberfläche überarbeitet und entmutigende Begriffe wie „Erweitert“ oder „Experte“ entfernt; passend dazu heißen die Entwicklerwerkzeuge jetzt schlicht „Werkzeuge“, da sie für alltägliche Aufgaben gedacht sind. Zudem profitierst du von einer aufgeräumten, übersichtlicheren Einstellungsseite für die Home Assistant Cloud, einer geführten Einrichtung für neue Cloud-Nutzer sowie der vollen Kontrolle darüber, wie du deine Entitäts-IDs manuell umbenennst und strukturierst.

Proxy All the Things: Wie Home Assistant jedes Gerät smart machen will

In dem niederländischen Podcast „Groene Nerds“ führt der Moderator ein persönliches Gespräch mit Paulus Schoutsen, dem Gründer von Home Assistant und der Open Home Foundation, der eigens während eines Europa-Aufenthalts ins Studio kommt. Aufgrund der Themenfülle wurde das Interview in zwei Teile aufgeteilt, die im Wochenabstand veröffentlicht wurden; der zweite Teil knüpft inhaltlich nahtlos an den ersten an. Im Folgenden findet sich eine Zusammenfassung beider Teile.

In diesem ersten Teil begrüßt der Moderator Paulus Schoutsen, Gründer von Home Assistant und der Open Home Foundation, der für seinen Sommerurlaub in Europa extra ins Studio kommt. Nach einem kurzen Rückblick, wie generative KI ihm ermöglicht, wieder selbst viel zu programmieren (unterwegs vom Handy aus, mit mehreren parallelen KI-Sessions für Prototypen, während größere Änderungen weiterhin am Rechner geprüft werden), geht es um das Jahresthema der Open Home Foundation: „Proxy All the Things“. Ziel ist, dass auch ältere oder „dumme“ Geräte – etwa via Infrarot gesteuerte Klimaanlagen und Fernseher, oder per Modbus/RS485 angebundene Wechselrichter – vollständig in Home Assistant integriert werden können. Dabei übernehmen einfache, generische Proxys nur die Signalübertragung, während die eigentliche Geräte-Logik zentral in Home Assistant gepflegt wird, sodass jedes Update automatisch mehr Geräte unterstützt, ohne dass die Proxy-Hardware selbst aktualisiert werden muss. Schoutsen ordnet außerdem die zunehmende Abschottung von Herstellern (BMW, Volkswagen, Samsung SmartThings, Google Nest, Future Home, Bose) als Spannungsfeld zwischen geschlossenen Komplettlösungen und wachsendem europäischem Bewusstsein für Datenhoheit ein und stellt das „Works with Home Assistant“-Programm vor, das ausschließlich lokal funktionierende Produkte mit dokumentierten APIs zertifiziert.

Im weiteren Verlauf spricht Schoutsen darüber, wie KI die Weiterentwicklung von Home Assistant selbst beschleunigt: Trotz eines harten Limits für offene Pull Requests (eigentlich 500, aktuell bei 850) hilft ein wachsendes System aus automatisierten Checks, Lint-Regeln und einer Qualitäts-Skala, Beiträge – ob von Menschen oder KI-gestützt – schneller und zuverlässiger zu prüfen. Als Beispiel schildert er, wie der Moderator selbst dank KI erstmals eine eigene Integration (für ein Netzengpass-Projekt in seiner Nachbarschaft) programmiert und veröffentlicht hat. Weitere Themen sind die im Aufbau befindliche, herstellerunabhängige Geräte-Datenbank der Open Home Foundation (aktuell rund 50.000 erfasste Geräte, mit dem Ziel, Lokalität, Protokolle und Cloud-Abhängigkeit jedes Geräts weltweit zu dokumentieren) sowie der aktuelle Stand von Voice: Neue, lokal auf Raspberry Pi lauffähige Spracherkennung („Speech-to-Phrase“), verbesserte Sprachmodelle für nicht-englische Sprachen, Fortschritte bei der Wake-Word-Erkennung sowie die wachsende Bedeutung von LLM-Anbindung über das MCP-Protokoll, mit dem externe KI-Agenten (z. B. Claude, ChatGPT) kontrolliert auf Home-Assistant-Daten und -Steuerung zugreifen können.

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Mehr Informationen
Paulus im niederländischen Podcast De Grone Nerds (Teil 1 auf niederländisch, englische Untertitel möglich)

Im zweiten Teil des Gesprächs knüpft der Moderator direkt an das Vorgängergespräch an und steigt mit dem neuen offenen Smart-Lock-Standard „Aliro“ ein, der über Bluetooth und Ultra-Wideband funktioniert und Türen automatisch entriegelt, sobald sich Nutzer mit Smartphone oder Apple Watch nähern. Anschließend vertieft Schoutsen das bereits in Teil 1 angerissene Jahresthema „Proxy All the Things“: Neben der generischen IR- und Funksteuerung stellt er zwei konkrete Hardware-Produkte von Nabu Casa vor, die Anfang nächsten Jahres erscheinen sollen – „Project Blast“ für IR/RF-gesteuerte Geräte wie Klimaanlagen und Fernseher sowie ein neues PoE-fähiges Gerät für den Multimedia-Bereich. Als weiteres Beispiel für offene, herstellerunabhängige Standards – passend zum in Teil 1 diskutierten Trend zu mehr Datenhoheit und lokaler Kontrolle – erläutert er den neuen Audio-Sync-Standard „SenSpin“. Dieser ermöglicht sample-genaue, synchrone Musikwiedergabe auf beliebigen Geräten, von Bluetooth-Lautsprechern über alte Receiver (per günstigem DIY-ESP-Board) bis zu Displays mit Album-Art und Lichtsteuerung, inklusive Brücken zu AirPlay und Google Cast, um die aus Teil 1 bekannte Vendor-Lock-in-Problematik proprietärer Ökosysteme wie Sonos zu vermeiden. Ergänzend beschreibt er, wie das Schwesterprojekt Music Assistant lokale Dateien und Streaming-Dienste in einer Bibliothek zusammenführt und automatisch die beste verfügbare Quelle pro Titel wählt.

Zum Abschluss greift Schoutsen erneut den in Teil 1 erwähnten Community-getriebenen Entwicklungsansatz auf und schildert, wie ESPHome – die Grundlage vieler in Teil 1 diskutierten „Works with Home Assistant“-zertifizierten Geräte – gerade grundlegend überarbeitet wird: Ein neuer, formularbasierter Device Builder sowie eine Desktop-App sollen den Einstieg erleichtern, begleitet von einem im August erscheinenden Starter-Kit für Einsteiger. Damit schließt sich der Kreis zur in Teil 1 vorgestellten Öffnungsstrategie der Open Home Foundation: Deren kommerzielle Partner – Nabu Casa (Home Assistant Cloud, Voice, Green) und Apollo Automation, ein aus einem Hobbyprojekt entstandener US-Hersteller – führen einen Teil ihrer Verkaufserlöse an die Stiftung zurück und finanzieren so direkt die Weiterentwicklung von Home Assistant und ESPHome – ein Gegenmodell zu den in Teil 1 beschriebenen geschlossenen, gewinnorientierten Ökosystemen anderer Hersteller.

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Mehr Informationen
Paulus im 2. Teil des Podcasts mit De Groene Nerds


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