Kennt ihr das? Man sitzt im Home Office, wird langsam müde, die Konzentration schwindet und irgendwie fühlt sich der Kopf schwer an. Oft liegt das gar nicht an der Arbeit selbst, sondern schlicht an der Luft. „Verbrauchte“ Luft ist ein echter Produktivitätskiller und – in Kombination mit Feuchtigkeit – der beste Freund von Schimmel.
Genau hier setzt ein kleines Gerät an, das ich mir in letzter Zeit genauer angesehen habe: Die CO2-Ampel von LinkGear². Auf den ersten Blick wirkt sie vielleicht wie ein simples Gadget, und beim Preis muss man erst einmal schlucken. Warum dieses Gerät trotzdem jeden Cent wert ist und warum es mehr kann als die 20-Euro-Konkurrenz aus Fernost, erfahrt ihr in diesem Beitrag.
Warum überhaupt CO2 messen?
Kohlendioxid (CO2) ist unsichtbar und entsteht ständig – auch jetzt gerade, während ihr diesen Text lest, durch euren eigenen Stoffwechsel. Draußen liegt die Konzentration bei harmlosen 0,04 %. Angst vor einer Vergiftung durch normale Stadtluft müsst ihr also nicht haben.
In Innenräumen sieht das aber anders aus. Steigt der CO2-Wert, sinkt unsere Leistungsfähigkeit und die Schlafqualität leidet. Ein CO2-Monitor ist also nicht nur Spielerei, sondern ein Werkzeug für besseres Wohlbefinden und Bautenschutz (Stichwort Schimmelvermeidung).
Der erste Eindruck: Teuer? Ja. Zu Recht? Auch ja.
Als German von LinkGear mir die Ampel zum Testen anbot, war mein erster Gedanke: „Puh, ganz schön teuer.“ Man ist ja durch diverse Online-Marktplätze daran gewöhnt, Sensoren für 20 bis 30 Euro hinterhergeworfen zu bekommen. Die LinkGear-Ampel bewegt sich eher im Preissegment eines Netatmo Innenmoduls. Doch der Preis hat einen triftigen Grund: Die verbaute Technik.
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Und natürlich die Tatsache, dass es sich um ein rein lokal nutzbares Gerät handelt, welches zudem beliebig erweiterbar ist – dazu später noch mehr!

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Keine Schätzwerte, sondern echte Messungen
Viele günstige Sensoren „raten“ den CO2-Wert eher, basierend auf anderen Parametern (VOCs). Die Linkgear CO2-Ampel setzt auf Qualität:
- Sensor: Sensirion SCD41 (Photoakustische NDIR-Technologie). Das bedeutet echte Messwerte, keine Schätzungen.
- Langlebigkeit: Der Sensor ist für über 10 Jahre ausgelegt.
- Zusatz-Sensoren: Ein Bosch BME280 misst Luftdruck, Temperatur und Feuchtigkeit. Zusätzlich ist ein Helligkeitssensor an Bord.
Verarbeitet wird das alles von einem ESP32-Chip. Das bedeutet: Genug Power und Ressourcen für eigene Anpassungen.
Das Ampel-Prinzip: Idiotensicher
Das Highlight für den Familienalltag ist der große LED-Ring auf der Vorderseite.
- Grün: Alles okay.
- Rot: Fenster auf!
Das versteht jeder sofort – vom Kleinkind bis zum Gast – ohne dass man erst eine App öffnen muss. Für den Notfall gibt es sogar einen integrierten Summer, der bei kritischen Werten Alarm schlägt.


Integration in Home Assistant & ESPHome
Für uns Smart-Home-Enthusiasten ist das der wichtigste Punkt: Kein Cloud-Zwang. Die CO2-Ampel² kommt bereits mit ESPHome vorinstalliert. Eure Daten zum „Mief in der Bude“ bleiben also bei euch und landen auf keinem fremden Server.
Die Einrichtung ist fast schon langweilig einfach:
- Strom per USB-C anschließen.
- Dank Bluetooth-Proxy erkennt Home Assistant das Gerät meist sofort (via Improv).
- WLAN-Daten eingeben – fertig.
Danach habt ihr Zugriff auf alle Werte: CO2 (aktuell & 60-Min-Durchschnitt), Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck und Helligkeit (Lux). Kleiner Hinweis: Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden oft doppelt angezeigt, da sowohl der SCD41 als auch der BME280 diese Werte liefern. Ihr könnt euch aussuchen, welchen ihr nutzt (sie sind sehr ähnlich), wobei der BME280 primär für den Luftdruck gedacht ist.

Ein kleiner Stolperstein
Bei meinem Test gab es beim Import in den ESPHome Device Builder eine kleine Fehlermeldung in der Konfiguration. Das ließ sich durch simples Auskommentieren (rmt_channel: 0; siehe im folgenden Code-Auszug) beheben.
light: - platform: esp32_rmt_led_strip name: SK6812 LEDs rgb_order: GRB pin: GPIO18 num_leds: 8 #rmt_channel: 0 chipset: SK6812 id: eca_leds restore_mode: ALWAYS_OFF # Ensures the light is initially off
Laut German von LinkGear ist das bei neueren Batches bereits behoben. Falls es doch passiert: Keine Panik, der Support ist super und das Problem in Sekunden gelöst.
DIY-Faktor: Gehäuse selber drucken
Ein Detail, das mir besonders gefällt: Ihr könnt die CO2-Ampel² auch als „nackte“ Platine kaufen (ca. 64 Euro) und euch das Gehäuse selbst drucken. Die Druckdateien (auch für einen praktischen Tischständer) stellt LinkGear kostenlos zur Verfügung. Das zeigt mir, dass der Preis nicht durch künstliche Gewinnmaximierung entsteht, sondern durch die hochwertigen Komponenten gerechtfertigt ist. Über einen QWIIC-Port lässt sich das Board sogar hardwareseitig noch erweitern – da schaut jeder geschlossene Netatmo-Sensor neidisch zu.
Fazit
Wer keine Lust auf CO2-Schätzwerte hat und verlässliche Daten für Automationen (z.B. Lüftungsanlage steuern) sucht, kommt an dieser Hardware kaum vorbei. Die LinkGear CO2-Ampel² ist kein Wühltisch-Schnäppchen, aber durch die Präzision, die Langlebigkeit und die Offenheit des Systems (ESPHome/Local Control) ihren Preis absolut wert.
Wie sieht es bei euch aus? Messt ihr CO2 schon aktiv oder verlasst ihr euch noch auf das Bauchgefühl? Schreibt es gerne in die Kommentare!

Ich habe die CO2-Ampel von Linkgear kostenlos für diesen Test zur Verfügung gestellt bekommen. Es floss kein Geld für die Vorstellung des Produkts und meine Meinung ist zu 100% meine eigene. Die Links zum Shop sind Affiliate-Links – ihr zahlt nicht mehr, unterstützt mich aber mit einer kleinen Provision.
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